Wien von oben erleben: Die schönsten Aussichtspunkte in Wien reichen vom gotischen Südturm des Stephansdoms bis zum höchsten Bauwerk Österreichs. Panorama, Geschichte und Naturerlebnis in einer Stadt.
Wien zählt zu den faszinierendsten Hauptstädten Europas. Kaiserliche Prunkbauten, breite Boulevards, die Donau und der Wienerwald formen eine Stadtlandschaft, die aus der Vogelperspektive noch eindrucksvoller wirkt. Wer Wien einmal von oben gesehen hat, versteht die Stadt auf eine andere Weise. Die Maßstäbe verschieben sich, die Orientierung schärft sich, und das Gefühl für die Größe dieser Metropole wächst mit jedem Meter Höhe.
Die gute Nachricht für alle, die Wien von oben entdecken möchten: Die Stadt bietet eine ungewöhnlich breite Auswahl. Klassische Aussichtstürme, imperiale Gartenanlagen, uralte Hausberg-Gipfel und moderne Rooftop-Lokale stehen nebeneinander. Manche Orte sind kostenlos zugänglich, andere verlangen einen Eintrittspreis. Einige erreichen Sie mit der U-Bahn in wenigen Minuten, andere lohnen einen halben Ausflugstag. Dieser Beitrag stellt Ihnen die zehn besten Aussichtspunkte in Wien vor, mit konkreten Fakten und praxisnahen Hinweisen.
Für Ortskundige und Erstbesucher gilt gleichermaßen: Die Wahl des richtigen Zeitpunkts entscheidet oft mehr als die Wahl des Ortes. Klares Wetter, die goldene Stunde kurz vor Sonnenuntergang oder frühe Morgenstunden verwandeln jeden dieser Punkte in ein unvergessliches Erlebnis.
1. Donauturm – das höchste Panorama Wiens
Wer in Wien am höchsten hinauf möchte, fährt zum Donauturm im 22. Bezirk. Mit einer Gesamthöhe von 252 Metern ist er das höchste Bauwerk Österreichs. Zur Wiener Internationalen Gartenschau 1964 erbaut, dient er heute gleichzeitig als Sendeanlage, Messstation für Wetterdaten und Touristenziel. Der Lift befördert Besucher in rund 35 Sekunden auf die Aussichtsterrasse in 150 Metern Höhe. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zu 80 Kilometer weit, bis zum Schneeberg im Süden und bis Bratislava im Osten.
Im Turmkopf befinden sich zwei Drehrestaurants: das Turmcafé auf 161 Metern und das Turmrestaurant auf 169 Metern. Eine vollständige Umdrehung dauert, je nach eingestellter Geschwindigkeit, 26, 39 oder 52 Minuten. Da der Donauturm etwas außerhalb des historischen Zentrums liegt, erhalten Besucher hier vor allem einen weiten Fernblick über das Wiener Becken, die Donau und die Hausberge. Seit November 2023 gibt es auf der Aussichtsplattform in 150 Metern Höhe eine Rutsche als zusätzliche Attraktion.
Wie erreicht man den Donauturm am besten?
Am einfachsten fahren Sie mit der U1 bis zur Station „Alte Donau“ oder „VIC/Kaisermühlen“, von dort ist der Turm in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Alternativ steht die Buslinie 20B zur Verfügung. Der Donaupark rund um den Turm bietet auf rund 600.000 Quadratmetern zusätzliche Freizeitmöglichkeiten und eignet sich gut für eine Kombination mit einem Spaziergang.
2. Stephansdom – Aussicht mitten im Herz der Stadt
Der Stephansdom am Wiener Stephansplatz ist das Wahrzeichen der Stadt. Sein Südturm misst 136,4 Meter und war nach seiner Fertigstellung im Jahr 1433 über 50 Jahre lang das höchste freistehende Bauwerk Europas. Über 343 Stufen einer engen Wendeltreppe erreichen Besucher die sogenannte Türmerstube in knapp 67 Metern Höhe. Von dort öffnet sich ein unverstellter Blick über die Ziegeldächer der Innenstadt, und das charakteristische Schuppenmuster des gotischen Kirchendachs liegt direkt zu Füßen.
Wer keine 343 Stufen bewältigen möchte, nimmt den Aufzug auf den Nordturm. Dieser ist mit 68 Metern zwar deutlich niedriger, bietet aber ebenfalls eine beeindruckende Aussicht auf die Innenstadt. Dort befindet sich auch die Pummerin, die drittgrößte freischwingend geläutete Kirchenglocke Europas. Der Eintritt für den Südturm ist kostengünstig, die Aussicht über das historische Wien ist dafür konkurrenzlos zentral.
3. Gloriette im Schlosspark Schönbrunn – kaiserliches Frühstück inklusive
Am Ende der Hauptachse des Schlossgartens von Schönbrunn thront die Gloriette auf einem kleinen Hügel. Der steinerne Pavillon im klassizistischen Stil wurde 1775 unter Maria Theresia errichtet und diente ursprünglich als Blickfang für die Bewohner des Schlosses. Heute ist die Gloriette selbst die Plattform, von der aus Besucher hinab auf Schloss Schönbrunn, den geometrisch angelegten Barockgarten und die dahinterliegende Stadtkulisse blicken.
Die Aussichtsterrasse auf dem Dach der Gloriette ist kostenpflichtig zugänglich. Das Café Gloriette im Inneren des Pavillons lädt zu einem Frühstück mit Aussicht ein, und schon Kaiser Franz Joseph I. soll hier regelmäßig gefrühstückt haben. Der Eintritt in den Schlosspark selbst ist kostenlos. Die Gloriette ist ein Musterbeispiel dafür, wie Wien Panorama und Kulturgenuss auf engstem Raum verknüpft.
4. Kahlenberg – der klassische Wiener Hausberg
Der Kahlenberg im 19. Bezirk, Döbling, ist einer der Wiener Hausberge und mit 484 Metern Seehöhe einer der höchsten Aussichtspunkte im Stadtgebiet. Er gehört zum Wienerwald und liegt direkt an der Wiener Höhenstraße. Von den Aussichtsplattformen am Gipfel überblicken Besucher an klaren Tagen fast das gesamte Stadtgebiet, beide Donauarme und bei besonders guter Sicht sogar die Kleinen Karpaten in der Slowakei sowie den Schneeberg in Niederösterreich.
Der Kahlenberg ist bequem mit dem Linienbus 38A erreichbar, der von der U4-Station Heiligenstadt abfährt. Wanderbegeisterte kommen über den Wiener Stadtwanderweg 1 hinauf. Am Gipfel befindet sich neben mehreren Aussichtsplattformen auch die Kronprinzessin-Stefanie-Warte. Besonders in den frühen Morgenstunden, wenn die aufgehende Sonne die Donau zum Glänzen bringt, ist der Kahlenberg einer der schönsten Orte der Stadt. Der nahe gelegene Leopoldsberg, ebenfalls mit Panoramablick, lässt sich gut in denselben Ausflug integrieren.
Was unterscheidet Kahlenberg und Leopoldsberg?
Beide Gipfel liegen im 19. Bezirk und bieten vergleichbare Aussichten. Der Kahlenberg ist mit 484 Metern etwas höher und besser erschlossen. Der Leopoldsberg mit der alten Burganlage und der Barockkirche St. Leopold liegt direkt über dem Donauknie und gilt unter Kennern als der romantischere der beiden Punkte. Wanderer, die beide besuchen wollen, folgen dem Stadtwanderweg 1a, der beide Gipfel verbindet.
5. Haus des Meeres – Panorama auf einem Flakturm
Das Haus des Meeres im 6. Bezirk, Mariahilf, ist eine der ungewöhnlichsten Aussichtsplattformen der Stadt. Das Gebäude ist in einem der sechs Wiener Flaktürme untergebracht, massiven Betonbunkern aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Aussichtsplattform auf dem Dach liegt in rund 55 Metern Höhe und bietet einen zentralen Rundumblick über die inneren Bezirke Wiens. Das Besondere: Der Eintritt zur Plattform ist im Ticket für den Aqua Terra Zoo enthalten, der sich in den unteren Etagen des Turms befindet.
Wer ausschließlich die Aussicht genießen möchte, kann ein gesondertes Ticket für die Turmbesteigung erwerben. Im obersten Stockwerk befindet sich außerdem ein Restaurant mit Panoramablick. Die Lage unweit der Mariahilfer Straße macht das Haus des Meeres zu einem praktischen Ausflugsziel im Rahmen einer Stadtbesichtigung.
6. Jubiläumswarte am Wilhelminenberg – Geheimtipp im Wienerwald
Am Ende des Stadtwanderwegs Nummer 4 steht die Jubiläumswarte auf dem Wilhelminenberg. Der hölzerne Aussichtsturm ist 31 Meter hoch und erfordert das Erklimmen von 183 Stufen. Die Aussicht, die sich oben erschließt, entschädigt für die Mühe. An klaren Tagen reicht der Blick über den Wienerwald, das gesamte Stadtgebiet und bis zum Leithagebirge sowie zum Schneeberg. Im Westen liegt dichter Mischwald, im Osten die Stadt.
Die Jubiläumswarte ist kostenlos zugänglich, was sie zu einem der attraktivsten kostenlosen Aussichtspunkte in Wien macht. Mit der U4 bis Hütteldorf und anschließend dem Bus 46A oder 46B bis zur Feuerwache am Steinhof verkürzt sich der Fußweg auf etwa 20 Minuten. Achtung: Im Winter kann der Turm bei Frost gesperrt sein. Am schönsten ist der Besuch zum Sonnenaufgang, da Wien im Osten liegt und die Sonne direkt hinter der Stadtsilhouette aufgeht.
7. Cobenzl – Weinberge und Panorama im Norden
Der Cobenzl liegt ebenfalls an der Wiener Höhenstraße im 19. Bezirk, zwischen Grinzing und dem Kahlenberg. Hier öffnet sich ein besonders weitläufiger Blick über den nördlichen Teil Wiens und die umliegenden Weinberge. Wer den Cobenzl besucht, kann den Panoramablick gut mit einem Spaziergang durch die angrenzenden Weingärten oder einer Einkehr in einer der dortigen Buschenschanken verbinden.
Der Cobenzl ist mit dem Auto oder dem Bus über die Höhenstraße erreichbar. Wanderer kommen über verschiedene Waldwege aus dem Grinzinger Tal oder vom Kahlenberg. Die Kombination aus Naturerlebnis, Weingarten-Atmosphäre und weitem Stadtblick macht den Cobenzl zu einem der entspannteren Aussichtspunkte in Wien, abseits von Eintrittspreisen und Besuchermassen.
8. Leopoldsberg – Stadtblick mit Geschichte
Der Leopoldsberg im 19. Bezirk liegt direkt oberhalb des Donauknies und ist mit der Barockkirche St. Leopold und den Resten der ehemaligen Babenberger Burg historisch besonders reich. Von der Aussichtsplattform neben der Kirche blickt man über das Donauknie, die Donauauen und einen großen Teil des Wiener Stadtgebiets. Früh am Morgen, wenn der Morgennebel noch in den Donauarmen hängt, ist dieser Platz von außerordentlicher Stimmung.
Der Leopoldsberg ist über den Stadtwanderweg 1a erreichbar, der vom Kahlenberg herüberführt. Als Ausgangspunkt für eine Kombinations-Wanderung eignet sich die U4-Station Heiligenstadt mit dem Aufstieg über Nussdorf. Direkt am Fuß des Bergs liegen mehrere Heurigen, wo sich der Abstieg mit einem Glas Grünem Veltliner abschließen lässt.
9. Riesenrad im Prater – Wiens ältestes Panoramainstrument
Das Wiener Riesenrad im Prater dreht seit 1897 seine Runden und gehört zu den ältesten noch betriebenen Riesenrädern der Welt. In den roten Gondeln steigen Besucher auf eine Höhe von rund 65 Metern. Das mag im Vergleich zum Donauturm bescheiden klingen, doch der Blick aus den historischen Holzgondeln über den Prater, das weitläufige Grüngebiet und die dahinterliegende Stadtsilhouette hat einen ganz eigenen Charakter.
Das Riesenrad ist täglich geöffnet und über die U1-Station „Praterstern“ leicht erreichbar. Es dreht sich langsam, eine vollständige Runde dauert etwa 20 Minuten. Wer auf den romantischen Aspekt Wert legt, bucht eine der speziell ausgestatteten Gondeln, in denen auch Abendessen oder private Feierlichkeiten angeboten werden. Als Wahrzeichen ist das Riesenrad seit Generationen fixer Bestandteil des Wiener Stadtbilds.
10. Wienerblick im Lainzer Tiergarten – der stille Geheimtipp
Der sogenannte „Wienerblick“ im Lainzer Tiergarten im 13. Bezirk ist unter all diesen Aussichtspunkten der einzige, der ausschließlich zu Fuß erreichbar ist. Das macht ihn zum Ausflug für alle, die Ruhe und Naturerlebnis mit einem Panoramablick auf Wien kombinieren möchten. Der Lainzer Tiergarten ist ein weitläufiges Waldschutzgebiet am westlichen Stadtrand, in dem freilaufende Wildschweine und Rehe heimisch sind.
Der Ausgangspunkt für den Weg zum Wienerblick ist das Lainzer Tor, erreichbar mit der Straßenbahnlinie 60 oder dem Bus. Der Aufstieg dauert rund eine Stunde und führt auf gut befestigten Waldwegen bergauf. Oben angekommen, liegt Wien in einiger Entfernung zu Füßen, umrahmt von grünen Hügeln. Der Weg führt am Wirtshaus „Rohrhaus“ vorbei, das als Raststation dient. Dieser Aussichtspunkt eignet sich besonders für Wienerinnen und Wiener, die die Touristenströme meiden und die Stadt dennoch aus einem neuen Blickwinkel sehen möchten.
Welche Aussichtspunkte sind kostenlos zugänglich?
Kostenlos und ohne Voraussetzung zugänglich sind der Wienerblick im Lainzer Tiergarten, die Jubiläumswarte am Wilhelminenberg (Öffnungszeiten beachten) sowie der Cobenzl und der Leopoldsberg. Der Eintritt in den Schlosspark Schönbrunn ist ebenfalls kostenlos, der Aufstieg auf die Dachterrasse der Gloriette jedoch kostenpflichtig. Für den Stephansdom-Südturm, den Donauturm, das Haus des Meeres und das Riesenrad sind Eintrittskarten erforderlich.
Praktische Hinweise für Ihren Besuch
Wien liegt geografisch so günstig, dass fast alle genannten Aussichtspunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Die Wiener Linien betreiben ein dichtes Netz aus U-Bahn, Straßenbahn und Bus, das die meisten Punkte direkt anbindet. Lediglich der Wienerblick im Lainzer Tiergarten und die Jubiläumswarte erfordern einen längeren Fußweg.
Für Besuche mehrerer kostenpflichtiger Sehenswürdigkeiten lohnt sich die Vienna City Card oder der Vienna Pass, mit denen an vielen Aussichtspunkten Ermäßigungen oder freier Eintritt möglich sind. Generell gilt: Bei Westwind und klarer Luft, häufig nach Kaltfronten im Herbst und Winter, sind die Fernsichten besonders weit. Im Sommer bieten frühe Morgenstunden und die Zeit kurz vor Sonnenuntergang das beste Licht.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Höchster Aussichtspunkt | Donauturm, 252 m Gesamthöhe, Aussichtsplattform auf 150 m, Fernsicht bis 80 km |
| Zentralster Stadtblick | Stephansdom-Südturm, 136,4 m hoch, 343 Stufen, unverstellter Blick über die Altstadt |
| Kaiserliche Aussicht | Gloriette im Schlosspark Schönbrunn, klassizistischer Pavillon, Blick auf Schloss und Stadt |
| Weiteste Natursicht | Kahlenberg, 484 m Seehöhe, Blick bis zu den Kleinen Karpaten und zum Schneeberg |
| Kostenloser Geheimtipp | Wienerblick im Lainzer Tiergarten, nur zu Fuß erreichbar, rund 1 Stunde Gehzeit |
Fazit
Wien bietet eine Vielfalt an Aussichtspunkten, die in dieser Kombination für eine europäische Hauptstadt ungewöhnlich ist. Vom historischen Kirchturm mitten in der Innenstadt bis zum stillen Waldgipfel am Stadtrand, von der technischen Meisterleistung des Donauturms bis zur kaiserlichen Plattform der Gloriette, jeder Ort erzählt auf seine eigene Art von dieser Stadt. Wer alle zehn Punkte kennt, versteht Wien in seiner ganzen geografischen und historischen Tiefe.
Die Entscheidung, welchen Aussichtspunkt Sie zuerst besuchen, hängt von Ihren Interessen, Ihrer körperlichen Fitness und Ihrem Zeitrahmen ab. Wer nur einen einzigen Tag in Wien hat, wählt am besten den Stephansdom-Südturm für den zentralen Blick und ergänzt ihn mit der Gloriette. Wer mehrere Tage Zeit hat, kombiniert die Gipfeltouren am Kahlenberg und Leopoldsberg zu einer halbtägigen Wanderung. Und wer Wien wirklich kennen will, macht sich eines Morgens früh auf den Weg zum Wienerblick im Lainzer Tiergarten, vorbei an Rehen und alten Bäumen, und wartet oben auf das Licht.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Aussichtspunkte in Wien“
Welcher Aussichtspunkt in Wien eignet sich am besten für Kinder?
Der Donauturm und das Wiener Riesenrad sind die familienfreundlichsten Optionen. Der Donauturm verfügt über eine Rutsche auf der Aussichtsplattform in 150 Metern Höhe, die seit 2023 besonders bei jüngeren Besuchern beliebt ist. Das Riesenrad im Prater punktet mit seiner historischen Atmosphäre, der überschaubaren Fahrtdauer von rund 20 Minuten und der direkten Nähe zum Wurstelprater mit weiteren Attraktionen. Der Aufstieg auf den Stephansdom-Südturm über 343 Stufen hingegen kann für Kinder unter zehn Jahren anstrengend und in der engen Wendeltreppe auch beängstigend sein. Für Familien mit kleineren Kindern empfiehlt sich daher der Aufzug zum Nordturm des Stephansdoms als ruhigere Alternative.
Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch der Aussichtspunkte?
Herbst und Winter bieten in Wien die klarste Fernsicht. Nach dem Durchzug einer Kaltfront, wenn der Wind aus Nordwest oder West weht, kann die Sicht an manchen Tagen auf über 100 Kilometer anwachsen. Im Sommer hingegen erzeugen Hitze und Dunst häufig eine milchige Sichttrübung, die gerade die weiten Fernsichten zum Kahlenberg oder Donauturm einschränkt. Für die innenstädtischen Aussichtspunkte wie den Stephansdom-Südturm oder die Gloriette spielt die Jahreszeit für die Sichtweite eine geringere Rolle. Im Frühjahr und Herbst locken zudem die Weingärten rund um Cobenzl und Kahlenberg mit Farben und Heurigen-Atmosphäre.
Gibt es Aussichtspunkte in Wien, die auch bei schlechtem Wetter empfehlenswert sind?
Ja, und das ist ein Aspekt, den viele Besucher unterschätzen. Das Turmcafé und das Turmrestaurant im Donauturm sind vollständig verglast und bieten auch bei Regen oder Bewölkung einen beeindruckenden Blick aus großer Höhe. Das Café Gloriette ist ebenfalls überdacht und gibt selbst bei grauem Wetter einen schönen Blick auf das Schloss Schönbrunn frei. Die Gondeln des Riesenrads sind geschlossen und damit wetterunabhängig. Für Wanderwege und offene Plattformen wie die Jubiläumswarte oder den Wienerblick empfiehlt sich dagegen trockenes Wetter, da nasse Holztreppen rutschig sein können und die Aussicht bei Regen ohnehin eingeschränkt ist.
Welche typischen Fehler machen Besucher bei der Planung ihrer Aussichtstouren?
Der häufigste Fehler ist die Unterschätzung des Zeitbedarfs. Die Anreise zum Kahlenberg oder Donauturm mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert deutlich länger als es die Stadtplan-Distanz vermuten lässt. Ein zweiter häufiger Fehler ist das Fehlen einer Reservierung im Drehrestaurant des Donauturms, das an Wochenenden und in der Hauptsaison rasch ausgebucht ist. Wer spontan kommt, landet möglicherweise nur auf der Aussichtsplattform ohne Gastronomie. Beim Stephansdom-Südturm unterschätzen viele Besucher die körperliche Anforderung der engen, steilen Wendeltreppe. Und schließlich: Die Jubiläumswarte kann im Winter wetterbedingt gesperrt sein, weshalb ein Blick auf aktuelle Informationen vor dem Ausflug sinnvoll ist.
Wie unterscheidet sich der Ausblick vom Haus des Meeres von jenem des Donauturms?
Die beiden Aussichtspunkte ergänzen sich gut, weil sie völlig unterschiedliche Perspektiven bieten. Das Haus des Meeres liegt zentral im 6. Bezirk Mariahilf, knapp 500 Meter von der Mariahilfer Straße entfernt. Von dort blicken Besucher direkt in die dicht bebauten inneren Bezirke Wiens, sehen Kirchtürme, Ringstraßengebäude und die charakteristische Dachlandschaft der Gründerzeitviertel aus nächster Nähe. Der Donauturm hingegen liegt außerhalb des historischen Kerns und liefert einen weiträumigen Überblick über die gesamte Stadtstruktur, die Donau und das Umland. Für ein Verständnis der städtischen Topografie ist der Donauturm der bessere Ausgangspunkt, für das Erleben der historischen Dichte empfiehlt sich das Haus des Meeres.
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