Dornbirn, die größte Stadt Vorarlbergs, überrascht mit einer bemerkenswerten Dichte an Sehenswürdigkeiten: von weltbekannten Schluchten über ein einzigartiges Rolls-Royce-Museum bis hin zu moderner Erlebniskultur direkt am Fuß der Ostalpen.
Wer Dornbirn zum ersten Mal besucht, erwartet oft eine gewöhnliche Einkaufsstadt. Was die rund 50.000-Einwohner-Stadt dann tatsächlich bietet, trifft viele Gäste unvorbereitet. Naturjuwele, die zu den bedeutendsten Mitteleuropas zählen, ein Museum mit weltweitem Alleinstellungsmerkmal und eine lebendige Innenstadt mit historischen Bauten aus dem 17. Jahrhundert fügen sich zu einem Reiseziel zusammen, das weit mehr hergibt als ein Tagesausflug vom Bodensee.
Dornbirn liegt strategisch günstig im Vorarlberger Rheintal, keine zwanzig Kilometer vom Bodensee entfernt und unmittelbar an der Grenze zur Schweiz. Diese Lage zwischen Bodenseeregion und Bregenzerwaldgebirge prägt das touristische Angebot: Stadtkultur und alpine Natur treffen hier auf engstem Raum aufeinander. Der folgende Überblick führt durch zehn der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dornbirns, die Reisenden aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum einen echten Mehrwert bieten.
1. Rappenlochschlucht und Alplochschlucht
Kaum eine andere Sehenswürdigkeit in Dornbirn zieht so viele Besucher an wie die Rappenlochschlucht. Sie gehört zu den größten Schluchten Mitteleuropas und wurde über hunderttausende Jahre vom fließenden Wasser der Dornbirner Ach in harten Kalkstein gefräst. Die Schlucht erstreckt sich über rund 500 Meter und bietet senkrecht aufragende Felswände, rauschende Wasserfälle und eine naturbelassene Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück: Bereits 1791 entstand die erste Brücke über die Schlucht, um einen Fahrweg ins Bergdorf Ebnit zu ermöglichen. Seit 1905 ist der Weg durch die Schlucht für Wanderer geöffnet. Ein dramatischer Felssturz im Mai 2011, bei dem rund 15.000 Kubikmeter Gestein in die Tiefe stürzten, veränderte das Gelände erheblich. Die heutige Steganlage führt seither am Rand der Schlucht entlang und ermöglicht von einer Aussichtsplattform atemberaubende Einblicke in das Innere sowie auf die mächtigen Steinmassen des Felssturzes. Eine neue Brücke wurde schließlich im Juni 2023 eröffnet und macht die gesamte Wanderung wieder uneingeschränkt begehbar.
Wer die Rappenlochschlucht durchwandert hat, stößt dahinter auf den Staufensee und die sanftere Alplochschlucht. Die Kombination aller drei Abschnitte, inklusive des Aufstiegs zum Kirchle, ergibt eine Wanderung von etwa zwei bis drei Stunden. Der Ausgangspunkt im Gütle ist vom Dornbirner Bahnhof bequem mit dem Bus erreichbar, und der Eintritt zur Schlucht ist kostenlos. Festes Schuhwerk ist bei feuchter Witterung unbedingt erforderlich.
2. inatura – Erlebnis Naturschau
Die inatura gilt als das meistbesuchte Museum Vorarlbergs und hat seit ihrer Eröffnung im Juni 2003 über 1,5 Millionen Besucher gezählt. Sie ging aus der früheren Vorarlberger Naturschau hervor und wurde auf dem Gelände der ehemaligen Rüsch-Werke im neuen Dornbirner Stadtgarten angesiedelt. Die Rüsch-Werke, 1827 von Josef Ignaz Rüsch als Maschinenfabrik gegründet und bis 1984 in Betrieb, prägten die Industriegeschichte Vorarlbergs maßgeblich. Der Umbau des historischen Fabrikareals zum Museum gilt als beispielhaftes Projekt der Nachnutzung von Industriearchitektur. Die Architektur stammt von HK Architekten gemeinsam mit Christian Lenz und Dietrich Unterfaller.
Auf rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche verbindet die inatura Naturkunde, Wissenschaft und Technik auf eine Weise, die das Berühren ausdrücklich vorsieht. Die Dauerausstellung führt durch die typischen Vorarlberger Lebensräume Gebirge, Wald und Wasser, bevor sie den menschlichen Körper selbst zum Ausstellungsgegenstand macht. In den sogenannten Science Zones laden rund 40 interaktive Stationen dazu ein, physikalische und technische Phänomene direkt auszuprobieren. 2006 wurde die inatura beim Europäischen Museumspreis in Lissabon mit einer Spezialauszeichnung, der zweithöchsten Würdigung des Preises, bedacht.
Unmittelbar ans Museum grenzt der Stadtgarten mit einer Parkfläche von rund 25.000 Quadratmetern. Ein Arboretum mit Bäumen aus aller Welt, ein Spielplatz und ein Restaurant mit Gastgarten ergänzen das Angebot. Für Familien mit Kindern ist die inatura damit eines der vollständigsten Ausflugsziele der Region, weil Bildung, Bewegung und Erholung an einem einzigen Ort zusammentreffen.
3. Karrenseilbahn und Karren-Kante
Der Karren ist Dornbirns Hausberg und mit 976 Metern Höhe ein markanter Orientierungspunkt im Rheintal. Die Geschichte des Berges als touristisches Ziel reicht bis ins Jahr 1892 zurück, als der Dornbirner Industrielle Viktor Hämmerle auf dem Plateau einen hölzernen Aussichtsturm errichten ließ. Die Idee einer Seilbahn auf den Karren beschäftigte die Stadtgemeinde über Jahrzehnte, bevor am 17. November 1956 die Karrenseilbahn feierlich eröffnet wurde. Die Eröffnung war ein Ereignis für ganz Dornbirn, und der Dornbirner Musikschuldirektor Friedrich Jung komponierte dazu eigens eine Festkantate.
Die heutige Seilbahn, seit 1996 in Betrieb und zuletzt 2025 mit einem Umbau der Talstation modernisiert, befördert jährlich über 300.000 Fahrgäste. In weniger als fünf Minuten überwindet sie rund 500 Höhenmeter und entlässt Besucher auf einem Aussichtspunkt mit einem der schönsten Panoramen im Vierländereck. Der Blick reicht über das Rheintal, den Bodensee und die Schweizer Berge bis hin zu den Gipfeln des Bregenzerwaldgebirges. Das Panoramarestaurant an der Bergstation lädt zum Essen auf 976 Metern Höhe, auch abends noch, da die Seilbahn wochentags bis 23 Uhr in Betrieb ist.
Seit März 2016 ergänzt die Karren-Kante das Angebot: eine zwölf Meter über die Felskante hinausragende Aussichtsplattform mit Glasgeländer und Gitterrostboden. Wer hier am äußeren Rand steht, schaut direkt in die Tiefe und auf das Glitzermeer der beleuchteten Stadt. Ein Selfie-Point am Ende des Stegs ist bei Besuchern aus der ganzen Welt ein gefragtes Fotomotiv. Der Karren eignet sich auch als Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, unter anderem hinunter durch die Rappenlochschlucht ins Gütle.
4. Rolls-Royce Automobilmuseum
Dass sich im Gütle, einem Weiler am Stadtrand Dornbirns und direkt am Eingang zur Rappenlochschlucht, eines der bedeutendsten Automobil-Museen der Welt befindet, überrascht auch regelmäßige Vorarlberg-Besucher. Das Rolls-Royce Automobilmuseum geht auf die Leidenschaft von Franz Vonier zurück, einem Bergbauernsohn aus dem Montafon, der sich ab den 1960er Jahren als Rolls-Royce-Spezialist in Vorarlberg einen Namen machte. Gemeinsam mit seiner Frau Hilde baute er über Jahrzehnte eine Sammlung auf, die 1999 im historischen Spinnereigebäude der Firma F. M. Hämmerle aus dem Jahr 1862 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Die Sammlung umfasst mehr als 50 original erhaltene Fahrzeuge, darunter Modelle aus den Jahren 1923 bis 1939, die als Kern der Kollektion gelten. Zu sehen sind auch Fahrzeuge aus dem Besitz historischer Persönlichkeiten: der Safari-Tourenwagen von König Georg V., die Limousine von König Eduard VIII. und der Paradewagen des ehemaligen spanischen Staatsoberhaupts Francisco Franco. Eine funktionstüchtige Rekonstruktion der Werkstatt von Sir Frederick Henry Royce, einem der beiden Firmengründer, gibt Einblicke in die damalige Handwerkskunst des Automobilbaus.
Das Museum erstreckt sich auf drei Ebenen mit rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und bietet daneben Wechselausstellungen, Führungen und eine hauseigene Restaurierungswerkstatt. Nach dem Tod des Gründers Franz Vonier im Mai 2017 führt sein Sohn Franz Ferdinand Vonier die Sammlung weiter. Das Museum zieht jährlich mehr als 20.000 Besucher aus dem In- und Ausland an. Für Liebhaber klassischer Automobile ist dieser Abstecher nach Dornbirn schlicht unvermeidlich.
5. Marktplatz Dornbirn mit dem Roten Haus
Der Dornbirner Marktplatz ist das historische und gesellschaftliche Zentrum der Stadt. Seit 1989 ist er autofrei und lädt zum ungestörten Flanieren ein. Mittwochs und samstags verwandeln Marktbeschicker die Fußgängerzone in den größten und bekanntesten Wochenmarkt Vorarlbergs, bei dem frische Lebensmittel, Käse, Fisch, Wildspezialitäten, Obst und Gemüse aus der Region angeboten werden.
Das prägende Bauwerk am Marktplatz ist das Rote Haus, eines der bekanntesten Wahrzeichen Dornbirns. Es wurde 1639 errichtet und ist ein besonders anschauliches Beispiel der in der Region einst vorherrschenden Holzbauweise im Stil des Vorarlberger Rheintalhauses. Die rote Fassade verleiht dem Gebäude seinen unverwechselbaren Charakter. Heute beherbergt das Rote Haus ein Restaurant mit gehobener Vorarlberger Küche und ist als historisches Wahrzeichen unter Denkmalschutz gestellt.
Gegenüber, auf der anderen Seite des Platzes, steht das Johann-Luger-Haus, ein denkmalgeschütztes Gebäude im Jugendstil und Nationalromantik, das um 1900 erbaut wurde. Trotz eines früheren Brands, der den Innenraum zerstörte, sind die Fassaden vollständig erhalten. Die Stadtpfarrkirche St. Martin bildet den religiösen Mittelpunkt des Platzes, überrascht von innen mit einem hellen, großzügigen Raumgefühl und einer bemerkenswerten weißen Orgel. Der Marktplatz eignet sich als Ausgangspunkt für jeden Stadtspaziergang durch Dornbirn.
6. Stadtpfarrkirche St. Martin
Die Stadtpfarrkirche St. Martin steht im Herzen Dornbirns, direkt am Marktplatz. Von außen wirkt sie schlicht und der für Vorarlberg typischen regionalen Kirchenbauweise verpflichtet. Der Innenraum überrascht dagegen mit einer Helligkeit und Großzügigkeit, die man auf den ersten Blick nicht erwartet. Die weiß gehaltene Orgel ist ein visueller Mittelpunkt des Kircheninnenraums und gilt als handwerklich wie ästhetisch besonders gelungen. Das Taufbecken ist ebenfalls ein viel beachtetes Detail.
Die Pfarrkirche St. Martin ist römisch-katholischer Tradition und Teil der Geschichte Dornbirns seit Jahrhunderten. Die erste urkundliche Erwähnung Dornbirns datiert aus dem Jahr 895, und die Kirche war von Beginn an eng mit der Entwicklung der Siedlung verbunden. Der Kirchturm ist weithin sichtbar und dient auch heute noch als markanter Orientierungspunkt im Stadtbild. Regelmäßige Konzerte, unter anderem im Rahmen der Veranstaltungsreihe Dornbirn Klassik, finden in der Pfarrkirche statt und verbinden sakrale Architektur mit Musikerlebnis.
Wer die Kirche besucht, sollte sich auch den unmittelbaren Umkreis am Marktplatz ansehen. Das Zusammenspiel von Rotes Haus, Johann-Luger-Haus und Stadtpfarrkirche ergibt ein Ensemble, das die architektonischen Epochen Dornbirns vom 17. bis ins 20. Jahrhundert dokumentiert und die besondere städtebauliche Qualität des Marktplatzes unterstreicht.
7. Ebnit – Das Walserdorf über Dornbirn
Nur rund zwanzig Minuten vom Dornbirner Stadtzentrum entfernt liegt das Bergdorf Ebnit, eine ursprüngliche Walsersiedlung in einer Höhenlage von gut 1.000 Metern. Die Walser, ein alemannisches Bevölkerungsvolk, besiedelten seit dem Mittelalter entlegene Alpentäler in Vorarlberg und hinterließen eine charakteristische Siedlungs- und Kulturgeschichte. Ebnit wurde 1930 von der Stadt Dornbirn eingemeindet, blieb aber bis heute ein eigenständig wirkendes Bergdorf mit unberührtem Charakter.
Die Anfahrt über die kurvenreiche Ebniterstraße ist selbst schon ein Erlebnis, da sie durch die einzigartige Schluchtenlandschaft führt. Wer kein eigenes Fahrzeug nutzen möchte, kann die Buslinie 46 ab Dornbirn Bahnhof nehmen und die Berglandschaft dabei entspannt vom Fenster aus erleben. In Ebnit selbst stehen zahlreiche Wanderwege zur Verfügung, von gemächlichen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Touren in die umliegenden Gipfelregionen. Ein Hochseilgarten, ein Canyoning-Angebot, ein 3D-Bogenparcours und das Reiten auf Islandpferden machen Ebnit besonders für Familien mit aktivitätsfreudigen Kindern attraktiv.
Im Winter erschließt ein kleiner Schilift ein ruhiges, für Familien sehr geeignetes Skigebiet. Ebnit ist kein Massentourismusziel und genau das macht seinen Reiz aus: Wer sucht, findet hier ein Stück authentisches Vorarlberg, fernab von Rummel und überlaufenen Wanderwegen.
8. Krippenmuseum Dornbirn
Das Krippenmuseum im Dornbirner Ortsteil Gütle, nahe der Rappenlochschlucht, ist eine der außergewöhnlicheren Sehenswürdigkeiten der Stadt. Mitglieder des Krippenvereins Dornbirn haben einen über 150 Jahre alten Pferdestall zu einem Ausstellungsgebäude mit rund 400 Quadratmetern Fläche umgebaut. Schon das Gebäude selbst, ein historischer Fachwerkbau, vermittelt eine besondere Atmosphäre.
Gezeigt werden rund 120 Krippen und Krippenfiguren aus fast der gesamten Welt. Zwei besonders bedeutende Stücke stammen aus Italien: eine 16 Quadratmeter große Passionskrippe, die den Leidensweg Jesu darstellt, und eine 23 Meter lange Jahreskrippe mit 14 Stationen aus dem Leben Jesu. Eine Kastenkrippe mit beweglichen Figuren ist bei Kindern besonders beliebt und versteht sich gewissermaßen als mechanische Besonderheit der Sammlung. Das Museum zeigt eindrücklich, wie das Krippenhandwerk über Kontinente und Kulturen hinweg unterschiedliche Ausdrucksformen gefunden hat.
Das Krippenmuseum eignet sich insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten als Ausflugsziel, wenn die weihnachtliche Stimmung das Thema noch unmittelbarer erfahrbar macht. In Verbindung mit einem Besuch der nahegelegenen Rappenlochschlucht und des Rolls-Royce Museums lässt sich aus dem Gütle ein ganzer Ausflugstag gestalten.
9. Kulturhaus Dornbirn und Spielboden
Dornbirn ist nicht nur ein Ziel für Natur- und Museumsbegeisterte, sondern auch eine Stadt mit einer lebendigen Kulturszene. Das Kulturhaus Dornbirn bietet ein breites Spektrum an Veranstaltungen, von klassischem Theater und Konzerten bis hin zu Kabarett und Kleinkunst. Als städtische Kultureinrichtung prägt das Kulturhaus seit Jahrzehnten das gesellschaftliche Leben der Stadt und spricht ein breites Publikum an.
Ergänzend dazu steht der Spielboden, eine Bühne für Kleinkunst und experimentellere Formate, die vor allem regionalen Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform bietet. Der Spielboden gilt als angesagte Location, die im Veranstaltungskalender der Stadt einen festen Platz hat und regelmäßig auch überregional bekannte Künstler nach Dornbirn zieht. Beide Häuser zusammen machen Dornbirn zu einem kulturellen Zentrum, das für eine Stadt dieser Größe eine außergewöhnliche Dichte an Veranstaltungen bietet.
Wer seinen Besuch in Dornbirn mit einem Abendprogramm verbinden möchte, findet auf den Websites der beiden Häuser aktuelle Spielpläne. Auch die Veranstaltungsreihe Dornbirn Klassik bringt regelmäßig klassische Konzerte an verschiedene Orte in der Stadt und schafft Begegnungen zwischen historischer Architektur und lebendiger Musik.
10. Stadtgarten und Dornbirner Innenstadt
Der Dornbirner Stadtgarten, der im Zuge der Errichtung der inatura angelegt wurde, ist heute ein weitläufiger Erholungsraum im Herzen der Stadt. Auf rund 25.000 Quadratmetern Parkfläche wachsen Bäume aus allen Kontinenten in einem Arboretum, das gleichzeitig Lehrpfad und Ruheoase ist. Direkt angebunden an die inatura, mit Restaurant und Spielplatz, ist der Stadtgarten ein Treffpunkt für alle Generationen und ein grüner Gegenpol zur belebten Einkaufsstraße.
Die Dornbirner Innenstadt selbst zählt zu den lebhaftesten Einkaufsstraßen Vorarlbergs. Über 220 Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants reihen sich entlang der Fußgängerzone, die seit 1989 autofrei ist. Das Stadtbild wird von Bauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert geprägt, darunter zahlreiche Beispiele der sogenannten Vorarlberger Bauschule, die international für ihre zeitgenössische Holzarchitektur Beachtung fand.
Wer Dornbirn als Städtetouristin oder Städtetourist besucht, unterschätzt leicht, was die Kombination aus Innenstadt, Stadtgarten und umliegender Naturlandschaft zu bieten hat. Ein Bummel durch die Fußgängerzone mit einem Kaffee auf dem Marktplatz, ein Nachmittag in der inatura und ein Abend auf dem Karren mit Blick auf das beleuchtete Rheintal sind ein Programm, das keine Wünsche offenlässt.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Rappenlochschlucht | Eine der größten Schluchten Mitteleuropas, rund 500 Meter lang, kostenloser Zugang, seit 1905 für Wanderer erschlossen |
| inatura | Meistbesuchtes Museum Vorarlbergs, 3.000 m² Ausstellungsfläche, eröffnet 2003, europäisch ausgezeichnet |
| Karrenseilbahn | Eröffnung 1956, heute über 300.000 Beförderungen jährlich, Karren-Kante seit 2016, Panoramarestaurant auf 976 m |
| Rolls-Royce Automobilmuseum | Bedeutende Rolls-Royce-Sammlung weltweit, über 50 Fahrzeuge ab 1923, in historischem Spinnereigebäude von 1862 |
| Marktplatz mit Rotem Haus | Rotes Haus von 1639, autofrei seit 1989, größter Wochenmarkt Vorarlbergs mittwochs und samstags |
Fazit
Dornbirn gehört zu jenen österreichischen Städten, die auf den ersten Blick bescheiden wirken und erst bei näherer Betrachtung ihr volles Potenzial offenbaren. Die zehn vorgestellten Sehenswürdigkeiten decken ein breites Spektrum ab: Naturerlebnisse der Extraklasse in der Rappenlochschlucht und auf dem Karren, Museen mit internationaler Strahlkraft wie die inatura und das Rolls-Royce Automobilmuseum, dazu historische Stadtbaukunst am Marktplatz und eine Kulturszene, die für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert vielfältig ist. Wer Dornbirn als Tagestourist besucht, sollte zumindest drei Tage einplanen, um dem tatsächlichen Angebot gerecht zu werden. Die günstige Verkehrsanbindung per Bahn und die gut ausgebaute Infrastruktur machen die Stadt zu einem bequemen Ausgangspunkt auch für Ausflüge in die gesamte Bodensee-Vorarlberg-Region. Als Sehenswürdigkeit in Dornbirn lässt sich dabei kaum eine einzelne Attraktion herausgreifen: Das Besondere liegt im Zusammenspiel aus Natur, Industriegeschichte, zeitgenössischer Architektur und gelebter Alltagskultur, das diese Stadt so eigenwillig und einprägsam macht.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Sehenswürdigkeit in Dornbirn“
Ist Dornbirn auch außerhalb der Sommermonate einen Besuch wert?
Dornbirn bietet zu jeder Jahreszeit ein attraktives Programm, auch wenn sich einige Attraktionen saisonal unterscheiden. Im Sommer locken die Rappenlochschlucht, Wanderungen auf den Karren und Ausflüge nach Ebnit. Im Herbst ist die Dornbirner Innenstadt mit dem Martinimarkt und dem Wochenmarkt besonders stimmungsvoll. Winter und Frühjahr eignen sich hervorragend für Museumsbesuche in der inatura, im Rolls-Royce Automobilmuseum oder im Krippenmuseum, die wetterunabhängig besucht werden können. Die Karrenseilbahn verkehrt das ganze Jahr über, sofern keine Revisionen anstehen, und das Panoramarestaurant ist an klaren Winterabenden mit Blick auf das beleuchtete Rheintal ein ganz besonderes Erlebnis.
Wie unterscheidet sich Dornbirn von den anderen Bodensee-Städten wie Bregenz oder Lindau?
Bregenz ist vor allem durch die weltbekannten Bregenzer Festspiele auf der Seebühne geprägt und bietet mit dem Pfänder einen eigenen Hausberg. Lindau punktet mit seiner Inselstadt und dem historischen Hafencharakter. Dornbirn hingegen kombiniert städtisches Leben mit direktem Zugang zu Naturerlebnissen, die in dieser Unmittelbarkeit einzigartig in der gesamten Bodenseeregion sind. Die Rappenlochschlucht, das alpine Wandergebiet auf dem Karren und das Bergdorf Ebnit liegen buchstäblich wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Dazu kommen Museen mit klarem Alleinstellungsmerkmal, insbesondere das Rolls-Royce Automobilmuseum. Dornbirn ist weniger auf Postkarten-Tourismus ausgerichtet und eignet sich daher besonders für Reisende, die neben Sehenswürdigkeiten auch Alltagskultur und gelebte Stadtlandschaft suchen.
Welche Sehenswürdigkeit in Dornbirn eignet sich am besten für Familien mit Kleinkindern?
Familien mit kleineren Kindern fahren mit der inatura am besten. Das interaktive Museumskonzept ist explizit auf Kinder ausgerichtet, das Berühren und Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht und die 40 interaktiven Stationen in den Science Zones halten auch Grundschulkinder über längere Zeit aufmerksam. Der direkt angrenzende Stadtgarten mit Spielplatz verlängert den Ausflug ohne weiteren Aufwand. Die Karrenseilbahn ist ebenfalls ein Erlebnis für Kinder, da die kurze Fahrt und der Ausblick von der Bergstation begeistern. Für etwas ältere Kinder bietet das Krippenmuseum mit seiner Kastenkrippe mit beweglichen Figuren eine besondere Attraktion, und in Ebnit stehen Hochseilgarten und Canyoning bereit.
Wie reist man von Wien am besten nach Dornbirn an?
Die direkteste Verbindung von Wien nach Dornbirn besteht per Bahn. Der Railjet verbindet Wien Hauptbahnhof mit Dornbirn in rund vier Stunden ohne Umstieg. Das ist für österreichische Verhältnisse eine sehr komfortable Verbindung, da Dornbirn direkt am Hauptstreckenast Bregenz liegt. Wer mit dem Auto reist, folgt der Westautobahn A1 bis Salzburg und dann der Inntalautobahn in Richtung Bregenz, was je nach Verkehrslage etwa vier bis fünf Stunden dauert. Das Fliegen ist für diese Strecke in der Regel weder zeitlich noch ökologisch sinnvoll, da der nächste Flughafen Friedrichshafen in Deutschland ist und die Bodenanbindung zusätzliche Zeit kostet. Vom Bahnhof Dornbirn sind die meisten Sehenswürdigkeiten direkt mit dem Bus oder zu Fuß erreichbar.
Gibt es in Dornbirn Sehenswürdigkeiten, die in keinem Reiseführer stehen und trotzdem lohnenswert sind?
Das Vorarlberger Architektur Institut, kurz vai, hat seinen Sitz in Dornbirn und widmet sich der zeitgenössischen Baukultur der Region. Wechselausstellungen und Führungen machen die international beachtete Vorarlberger Bauschule für Besucher greifbar, die sich für Architektur interessieren. Ein weiteres Geheimtipp-Erlebnis ist der Blick auf den Dornbirner Stadtgarten im Abendlicht, wenn das Arboretum und die historischen Gebäude der ehemaligen Rüsch-Werke in besonderer Stimmung leuchten. Auch die Wanderung durch die Alplochschlucht nach dem Staufensee genießt gegenüber der bekannteren Rappenlochschlucht weniger Aufmerksamkeit, obwohl sie in ihrer ruhigeren, grüneren Art ein ganz eigenes Naturerlebnis darstellt. Schließlich lohnt ein Abendbesuch auf dem Karren in den Wintermonaten, wenn die Lichter des Rheitals bei klarem Wetter bis zum Bodensee zu sehen sind und das Panoramarestaurant nahezu in einer Wolke zu schweben scheint.
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