Linz überrascht. Wer die oberösterreichische Landeshauptstadt als reine Industriestadt abschreibt, verpasst eine der kulturell reichsten Städte Österreichs. Diese 10 Sehenswürdigkeiten zeigen, warum sich ein Besuch wirklich lohnt.
Linz zwischen Tradition und Zukunft
Linz ist die drittgrößte Stadt Österreichs und trägt seit 2014 den Titel UNESCO City of Media Arts. Mit rund 213.000 Einwohnern verbindet die Donaustadt Geschichte, Gegenwartskunst und Technologie auf eine Art, die in Österreich einzigartig ist. Wer hier einige Tage verbringt, stellt schnell fest: Der Ruf als Industriestandort greift viel zu kurz.
Die Altstadt mit ihrem barocken Hauptplatz, das Ars Electronica Center direkt an der Donau, die größte Kirche Österreichs und der Blick vom Pöstlingberg über die Stadtlandschaft: Linz hat ein dichtes Angebot. Zwei bis drei Tage reichen, um die wichtigsten Orte in Ruhe kennenzulernen. Wer mehr Zeit mitbringt, entdeckt Schicht für Schicht, was diese Stadt so besonders macht.
Die folgende Auswahl stellt zehn Sehenswürdigkeiten vor, die das Beste von Linz zeigen: historische Bauten, zeitgenössische Museen, Naturerlebnisse und urbane Kunst. Jeder Ort ist fußläufig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.
1. Mariendom: Die größte Kirche Österreichs
Der Mariendom, auch als Neuer Dom bekannt, ist das erste, was viele Besucher von Linz sehen wollen. Und das aus gutem Grund. Mit einer Länge von rund 134 Metern und einem Fassungsvermögen von 20.000 Personen ist er die größte Kirche Österreichs. Gebaut wurde er im neugotischen Stil, vollendet im Jahr 1924 nach fast sieben Jahrzehnten Bauzeit.
Der Kirchturm ragt 134,8 Meter in die Höhe und ist damit nur knapp niedriger als der Wiener Stephansdom. Was den Mariendom vom Stephansdom unterscheidet: die Grundfläche. In puncto Innenraum schlägt Linz Wien klar. Die farbenprächtigen Glasfenster gehören zum Eindrucksvollsten, was österreichische Kirchenkunst zu bieten hat. Besonders bemerkenswert ist das sogenannte Linzerfenster, das Stadtansichten aus dem 19. Jahrhundert zeigt.
Wer körperlich fit ist, sollte die Turmführung buchen. 633 Stufen führen zur Plattform auf der Turmspitze in 112 Metern Höhe. Von dort aus genießt man einen 360-Grad-Blick über Linz, die Donau und bei klarem Wetter bis ins Salzkammergut. Die Führungen finden samstags, sonntags und an Feiertagen statt. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Der Mariendom steht an der Herrenstraße und ist vom Hauptplatz bequem zu Fuß erreichbar.
2. Linzer Schlossmuseum: Geschichte über den Dächern der Stadt
Hoch über der Altstadt thront das Linzer Schloss, das im Jahr 799 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Kaiser Friedrich III. ließ es im 15. Jahrhundert zur Residenz ausbauen, später diente es als Kaserne und Lazarett. Heute beherbergt das Schloss das größte Universalmuseum Österreichs mit einer Ausstellungsfläche von über 10.000 Quadratmetern.
Die Dauerausstellung spannt einen Bogen von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Kunst, Natur, Technik und Kulturgeschichte Oberösterreichs werden auf mehreren Ebenen präsentiert. Ein besonderes Highlight ist die umfangreiche Waffensammlung sowie die gotischen Kirchentafeln aus den Klöstern der Region. Der 2009 fertiggestellte Südflügel, der nach einem Brand im Jahr 1800 lange Zeit offen geblieben war, wurde im Kulturhauptstadtjahr durch eine moderne Stahl-Glas-Konstruktion ersetzt. Dieser architektonische Kontrast zwischen historischem Mauerwerk und zeitgenössischer Transparenz macht das Gebäude selbst zum Ausstellungsstück.
Die Terrasse des Schlosses bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Linzer Altstadt und die Donau. Der Eintritt ist für Senioren und Personen mit Beeinträchtigungen kostenlos. Studierende erhalten eine Ermäßigung. Das Museum ist vollständig barrierefrei zugänglich und verfügt über einen Audioguide in mehreren Sprachen.
3. Ars Electronica Center: Museum der Zukunft
Das Ars Electronica Center ist eines der ungewöhnlichsten Museen Europas. Seit seiner Eröffnung 1996 in Linz-Urfahr versteht es sich nicht als klassisches Ausstellungshaus, sondern als interaktives Labor. Die Kernfrage lautet: Wie verändert Technologie das Leben? Besucher sollen nicht nur zuschauen, sondern mitgestalten.
Die Ausstellungen umfassen Robotik, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Neurowissenschaften und Medienkunst. Wer möchte, kann Roboter steuern, ein selbstfahrendes Auto trainieren oder die eigene DNA mit einer Genschere bearbeiten. Im Deep Space 8K, dem Herzstück des Centers, werden Wand- und Bodenprojektionen im Format 16 mal 9 Meter mit Lasertracking und 3D-Animationen kombiniert. Das Ergebnis ist eine immersive Erfahrung, die sich von klassischen Großleinwänden fundamental unterscheidet.
Das Gebäude selbst ist ein Wahrzeichen. Die Glasfassade ist mit 40.000 LED-Leuchtdioden in Rot, Grün, Blau und Weiß bestückt. Abends verwandelt sich die Fassade in eine Lichtskulptur. Gegenüber auf der anderen Donauseite antwortet das Lentos Kunstmuseum mit seiner eigenen Beleuchtung. Das AEC trägt den Österreichischen Museumspreis und ist das Zentrum der Linzer UNESCO-Auszeichnung als City of Media Arts. Das jährliche Ars Electronica Festival, seit 1979 durchgeführt, gilt als das international bedeutendste Festival für digitale Kunst.
4. Lentos Kunstmuseum: Zeitgenössische Kunst an der Donau
Das Lentos Kunstmuseum liegt direkt am Donauufer und ist schon von außen sehenswert. Der lang gestreckte Glaskubus mit seiner transparenten, abends in wechselnden Farben leuchtenden Fassade wurde 2003 eröffnet und gilt als einer der gelungensten Museumsbauten in Österreich der letzten Jahrzehnte.
Die Sammlung umfasst rund 1.800 Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts. Österreichische Klassische Moderne, Expressionismus, Neue Sachlichkeit und zeitgenössische Positionen sind vertreten. Zu den bekanntesten Werken zählen Arbeiten von Egon Schiele, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka. Darüber hinaus zeigt das Lentos regelmäßig Sonderausstellungen zu internationalen Themen, die weit über Österreich hinaus Aufmerksamkeit erregen.
Besonders für Besucher, die das Ars Electronica Center bereits erkundet haben, lohnt der Gang über die Brücke ans gegenüberliegende Ufer. Beide Häuser erzählen gemeinsam die Geschichte von Linz als Kulturstadt: das eine mit Blick auf die Zukunft, das andere mit dem Erbe der Moderne. Das Lentos verfügt über ein hauseigenes Café mit Donaublick und einen gut sortierten Museumsshop.
5. Pöstlingberg: Linzer Hausberg mit Weitblick
Der Pöstlingberg ist 539 Meter hoch und liegt am linken Donauufer, direkt am Stadtrand von Linz. Die Fahrt mit der historischen Pöstlingbergbahn ist ein Erlebnis für sich. Die Bahn gilt als eine der steilsten Adhäsionsbahnen Österreichs und fährt seit über 100 Jahren auf den Hausberg der Linzer. Die Strecke vom Hauptplatz aus dauert rund 30 Minuten.
Oben angekommen, erwartet Besucher zunächst die Wallfahrtsbasilika Pöstlingberg, eine barocke Doppelturmkirche, die seit dem 18. Jahrhundert Pilger anzieht. Der Blick von der Terrasse über Linz, die Donauschleife und die umliegenden Hügel des Mühlviertels ist einzigartig. Bei guter Sicht reicht er bis zu den Ausläufern der Alpen.
Zur Erlebniswelt Pöstlingberg gehört auch die mehr als 100 Jahre alte Grottenbahn. Mit dem Drachenexpress geht es durch eine Märchenwelt mit Zwergen, Waldtieren und Sagenfiguren. Die Attraktion ist besonders bei Familien beliebt, funktioniert aber auch als nostalgisches Erlebnis für Erwachsene. Am Fuß des Berges befindet sich der Linzer Tiergarten. Wer den Berg lieber zu Fuß erklimmt, findet gut markierte Wanderwege durch Wälder und Weingärten.
6. Linzer Hauptplatz: Barockkulisse im Herzen der Stadt
Der Linzer Hauptplatz ist einer der größten barocken Stadtplätze in Österreich. Mit seinen Ausmaßen von rund 220 mal 60 Metern bildet er das historische Zentrum der Stadt und ist zugleich Startpunkt für nahezu jede Stadterkundung. Die Fassaden rund um den Platz stammen großteils aus dem 17. und 18. Jahrhundert und zeigen eine für Linz typische Mischung aus Kaufmannshäusern und Repräsentationsbauten.
In der Mitte des Platzes steht die barocke Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahr 1723. Sie wurde als Dankmal für die Verschonung der Stadt von Pest, türkischer Invasion und feindlicher Belagerung errichtet. Das Alte Rathaus an der Nordseite des Platzes gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Innenstadt. Heute ist im Erdgeschoss die Tourismusinformation untergebracht, ein praktischer erster Anlaufpunkt für alle Besucher.
Der Hauptplatz ist Ausgangspunkt für die Landstraße, eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Österreichs. Stadtführungen starten hier ebenso wie der Linzer City Express, ein touristischer Stadtrundfahrtzug. Am Abend sind die Terrassen der umliegenden Cafés und Restaurants gut besucht. Im Winter findet hier einer der schönsten Weihnachtsmärkte Oberösterreichs statt.
7. voestalpine Stahlwelt: Industrie zum Anfassen
Kaum eine andere Sehenswürdigkeit in Linz ist so ungewöhnlich wie die voestalpine Stahlwelt. Das interaktive Erlebnismuseum liegt auf dem Werksgelände des gleichnamigen Stahlproduzenten am Stadtrand von Linz und ermöglicht Besuchern Einblicke in einen der größten Industriebetriebe Österreichs. Stahl prägt Linz seit Jahrzehnten, und dieses Museum macht den Produktionsprozess verständlich und erlebbar.
Die Ausstellung ist multimedial gestaltet. Besucher durchqueren einen übergroßen Stahltiegel, über ihnen hängen riesige Chromkugeln von der Decke, und Klänge der Stahlerzeugung begleiten den Rundgang. Zahlreiche Exponate können berührt und ausprobiert werden. Das Museum erklärt die Technologien der Stahlerzeugung von der Rohstoffgewinnung bis zum Endprodukt auf eine Weise, die auch ohne Vorkenntnisse verständlich ist.
Wer tiefer einsteigen möchte, kann an einer Werkstour teilnehmen. Die gut 90 Minuten dauernde Rundfahrt führt mit Werksbussen durch das Produktionsgelände und ermöglicht den Blick auf Hochöfen, Warmwalzwerk und Platinenfertigung. Eine Voranmeldung ist zwingend erforderlich. Die Werkstour findet aufgrund des laufenden Betriebs nur zu bestimmten Zeiten statt, einzelne Anlagen können je nach Betriebslage auch nicht begehbar sein.
8. Mural Harbor: Street-Art-Galerie im Hafen
Der Mural Harbor ist eine der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten in Linz und gleichzeitig eine der jüngsten. Was 2012 mit der Idee eines Hafenmitarbeiters begann, der die tristen Hallenwände vor seinem Bürofenster farbiger gestalten wollte, hat sich zu einer der größten Open-Air-Galerien Europas entwickelt. Heute zieren mehrere hundert großformatige Graffitis und Wandmalereien internationaler Künstler die Lagerhallen und Mauern des Linzer Hafens.
Die Werke stammen von Künstlern aus aller Welt und reichen von präzisen fotorealistischen Porträts bis zu abstrakten Flächenkompositionen. Stilistisch ist das Angebot breit, thematisch werden gesellschaftliche Fragen ebenso behandelt wie rein ästhetische Bildsprachen. Das Hafenareal ist aus Sicherheitsgründen nicht frei begehbar. Der Besuch ist deshalb nur im Rahmen einer geführten Tour möglich.
Die beliebteste Form ist eine einstündige Bootstour auf der Donau, die das Hafenpanorama vom Wasser aus zeigt. Dabei erklärt ein Guide die Geschichte der einzelnen Kunstwerke, die eingesetzten Techniken und die Entwicklung des Hafens. Touren können über Linz Tourismus gebucht werden. Die beste Jahreszeit ist das Frühjahr und der Sommer, wenn das Licht die Farben der Werke optimal zur Geltung bringt.
9. Musiktheater Linz: Modernes Opernhaus mit Weltklasse-Akustik
Das Musiktheater Linz gilt als eines der modernsten Opernhäuser Europas. Entworfen vom britischen Architekten Terry Pawson, wurde es am 11. April 2013 feierlich eröffnet. Das Haus liegt am Volksgarten, nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt, und ist bereits von außen ein architektonisches Statement: die geschwungene Glasfassade, der transparente Eingangsbereich und die klare Formensprache setzen einen deutlichen Kontrapunkt zur historischen Altstadtkulisse.
Im Inneren begeistert das Haus mit einer Akustik, die Kritiker und Dirigenten gleichermaßen loben. Das große Haus fasst rund 1.200 Personen, ein zweites, kleineres Studio bietet Platz für Kammerformat und experimentelle Produktionen. Das Klang-Foyer, der öffentlich zugängliche Eingangsbereich mit besonderen raumakustischen Eigenschaften, lädt auch ohne Vorstellungsbesuch zur Erkundung ein.
Das Spielzeiten-Angebot umfasst klassische Oper, Operette, Musical und zeitgenössische Werke. Das Haus versteht sich nicht als konservatives Repertoiretheater, sondern als offene Bühne, die auch jüngeres Publikum anspricht. Führungen durch das Haus können gebucht werden und sind für alle empfehlenswert, die Bühnentechnik und Architektur aus der Nähe erleben möchten.
10. Brucknerhaus: Konzerthalle mit Tradition an der Donau
Das Brucknerhaus steht seit seiner Eröffnung 1974 als wichtigstes Konzerthaus von Linz direkt am Donauufer. Benannt nach Anton Bruckner, dem in Ansfelden bei Linz geborenen Komponisten, der seine prägendsten Jahre in Oberösterreich verbrachte, ist das Haus sowohl Spielstätte als auch kulturelle Institution. International renommierte Orchester und Dirigenten gastieren hier regelmäßig.
Den Höhepunkt des Jahres markiert das Internationale Brucknerfest, das jeden Herbst in Linz stattfindet und zu den bedeutenden Klassikfestivals des deutschsprachigen Raums zählt. Bruckners Sinfonien stehen dabei im Mittelpunkt, das Programm umfasst jedoch auch andere Komponisten und Epochen. Das Brucknerhaus liegt mitten im Donaupark und ist von den Skulpturen des Forums Metall umgeben, einer Freiluft-Skulpturenausstellung im Park.
Für Besucher, die nicht nur klassische Konzerte schätzen, bietet das Brucknerhaus ein breites Programm: Jazzabende, Kindervorstellungen, interdisziplinäre Projekte und offene Proben gehören ebenso dazu. Die Lage direkt an der Donau macht das Foyer bei schönem Wetter auch als Ausgangspunkt für Spaziergänge entlang des Flusses attraktiv. Das Haus ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und liegt auf dem Weg zwischen Lentos und Ars Electronica Center.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Mariendom | Größte Kirche Österreichs, Platz für 20.000 Personen, Turmhöhe 134,8 m, 633 Stufen zur Aussichtsplattform |
| Ars Electronica Center | Seit 1996 in Betrieb, UNESCO City of Media Arts, Deep Space 8K mit 40.000 LEDs an der Fassade |
| Schlossmuseum | Ersterwähnung 799 n. Chr., größtes Universalmuseum Österreichs, über 10.000 m² Ausstellungsfläche |
| Pöstlingberg | 539 Meter hoch, Pöstlingbergbahn eine der steilsten Adhäsionsbahnen Österreichs, Grottenbahn seit über 100 Jahren |
| Mural Harbor | Seit 2012 gewachsen, eine der größten Open-Air-Galerien Europas, Besuch nur per Führung möglich |
Fazit
Linz braucht keinen Vergleich mit Wien oder Salzburg zu scheuen. Die Stadt hat eine eigene Identität entwickelt, die Industriegeschichte, digitale Avantgarde und barockes Erbe auf engem Raum verbindet. Wer die zehn hier vorgestellten Orte besucht, erlebt eine Stadt, die sich ihrer Vergangenheit bewusst ist und trotzdem konsequent nach vorne schaut.
Besonders die Kombination aus dem Ars Electronica Center und dem Schlossmuseum zeigt diesen Doppelcharakter exemplarisch. Auf der einen Donauseite die Zukunft, auf der anderen die Geschichte. Beide Ufer verbindet die Brücke, und genau dieses Bild trifft auch auf Linz als Gesamtstadt zu. Hinzu kommen Orte wie der Mural Harbor, der aus einer spontanen Idee eine europaweit beachtete Kunstinstitution gemacht hat, oder das Musiktheater, das internationale Maßstäbe setzt.
Wer mit der Linz Card reist, spart Eintrittsgelder und nutzt den öffentlichen Nahverkehr kostenlos. Zwei bis drei Tage sind ideal für eine erste Entdeckungsreise. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in Linz genug Stoff für eine ganze Woche, von der Umgebung im Mühlviertel bis zu Ausflügen nach Stift St. Florian.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Sehenswürdigkeit in Linz“
Lohnt sich die Linz Card wirklich, oder zahlt man die Sehenswürdigkeiten besser einzeln?
Die Linz Card ist vor allem dann rentabel, wenn Sie mehrere Museen besuchen und dabei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen möchten, darunter auch die Pöstlingbergbahn. Die Karte ist in einer 24-Stunden- und einer 48-Stunden-Version erhältlich und deckt Eintritte in zentrale Museen sowie den gesamten städtischen Nahverkehr ab. Reisen Sie nur für einen halben Tag in die Stadt und planen einen einzigen Museumsbesuch, ist der Einzeleintritt oft günstiger. Für alle, die zwei oder mehr Sehenswürdigkeiten kombinieren und dabei auf Bus und Straßenbahn setzen, rechnet sich die Karte in der Regel spürbar.
Welche Sehenswürdigkeit in Linz ist am besten für Familien mit Kindern geeignet?
Das Ars Electronica Center und die Grottenbahn am Pöstlingberg sind die klarsten Empfehlungen für Familien. Das Ars Electronica Center bietet interaktive Stationen, die Kinder aktiv einbinden, etwa das Steuern von Robotern oder das Erkunden von 3D-Animationen im Deep Space 8K. Die Grottenbahn spricht jüngere Kinder besonders an: Die über hundert Jahre alte Märchenbahn fährt durch liebevoll gestaltete Szenen mit Waldtieren und Sagengestalten. Beide Attraktionen sind barrierefrei zugänglich und bieten auch für Erwachsene genug Inhalt, um einen vollen Vormittag zu füllen.
Gibt es in Linz Sehenswürdigkeiten, die auch an Regentagen besonders lohnenswert sind?
Ja. Linz ist eine Stadt, die sich bei schlechtem Wetter kaum schlechter anfühlt als bei Sonnenschein. Das Schlossmuseum, das Lentos Kunstmuseum und das Ars Electronica Center sind vollständig überdacht und bieten jeweils mehrere Stunden Programm. Wer einen verregneten Tag nutzen möchte, sollte mit dem Schlossmuseum beginnen, nach einer Mittagspause in der Altstadt das Ars Electronica Center besuchen und den Abend im Brucknerhaus verbringen, falls eine Veranstaltung im Programm steht. Der Mariendom ist bei Regen ebenfalls ein stimmungsvoller Ort, da das Licht durch die Buntglasfenster bei bedecktem Himmel oft besonders intensiv wirkt.
Wie unterscheidet sich das Lentos Kunstmuseum vom Schlossmuseum in Linz inhaltlich?
Beide Häuser sind große Museen, verfolgen aber völlig unterschiedliche Ansätze. Das Schlossmuseum ist ein Universalmuseum: Es deckt Naturkunde, Archäologie, Kunsthandwerk, historische Waffen und Kulturgeschichte Oberösterreichs vom Altertum bis ins 20. Jahrhundert ab. Das Lentos hingegen ist ein reines Kunstmuseum, das sich auf Werke des 20. und 21. Jahrhunderts konzentriert, mit besonderem Schwerpunkt auf österreichischer Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst international. Wer in erster Linie historisch interessiert ist, wird im Schlossmuseum mehr finden. Wer sich für Malerei und Skulptur des vergangenen Jahrhunderts begeistert, liegt im Lentos genau richtig. Ein Besuch beider Häuser an einem Tag ist zeitlich ambitioniert, aber möglich.
Welche typischen Fehler machen Besucher bei einer Städtereise nach Linz?
Der häufigste Fehler ist, zu wenig Zeit einzuplanen. Wer Linz als Tagesausflug von Wien oder Salzburg aus bucht, sieht zwangsläufig nur die Oberfläche. Die Stadt braucht mindestens zwei volle Tage, um ihr Profil zu zeigen. Ein weiterer Fehler ist, den Pöstlingberg auf den letzten Moment zu verschieben oder ganz zu streichen, weil er „nur“ ein Hügel ist. Der Panoramablick und die historische Bergbahn sind eigene Erlebnisse, die sich nicht durch einen Stadtspaziergang ersetzen lassen. Schließlich buchen viele die voestalpine Stahlwelt nicht vor, obwohl Werkstour-Plätze begrenzt sind und schnell vergeben werden. Wer diese Tour plant, sollte sie bereits vor Reiseantritt reservieren.
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