Eine Sehenswürdigkeit in Steyr zu entdecken bedeutet, in über tausend Jahre Stadtgeschichte einzutauchen. Die oberösterreichische Romantikstadt am Zusammenfluss von Enns und Steyr zählt nach Wien zu den Städten mit den meisten denkmalgeschützten Häusern Österreichs.
Wer Steyr zum ersten Mal besucht, ist oft überrascht, wie viel Geschichte sich auf so engem Raum konzentriert. Der historische Stadtplatz, gotische Bürgerhäuser, ein barockes Schloss und ein weltweit bekannter Wallfahrtsort liegen hier so nah beieinander, dass man sie zu Fuß in wenigen Stunden erkunden kann. Steyr war jahrhundertelang das industrielle Herz Österreichs, lange bevor Wien zur Kaiserstadt aufstieg. Der Eisenhandel brachte enormen Reichtum, und dieser Reichtum ist in Stein gemeißelt bis heute sichtbar.
Steyr ist nach Linz und Wels die drittgrößte Stadt Oberösterreichs und zählt rund 38.000 Einwohner. Was die Altstadt auszeichnet, ist die außergewöhnliche Geschlossenheit des Ensembles: Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko stehen hier Schulter an Schulter, ohne dass eine Epoche die andere verdrängt. Für österreichische Reisende, die ein Wochenende außerhalb Wiens verbringen möchten, ist Steyr eine verlässliche Wahl mit hohem kulturellen Ertrag.
1. Der Stadtplatz Steyr
Der Steyrer Stadtplatz gilt als eines der besterhaltenen Altstadtensembles im deutschsprachigen Raum. Seine charakteristische Linsenform geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als zwei ältere Siedlungskerne zusammenwuchsen. Seither ist der Platz mittelalterlich parzelliert geblieben, was erklärt, warum kein Haus dem anderen gleicht. An den Fassaden zeigt sich die gesamte Stilgeschichte der Stadt: Spätgotik trifft auf Renaissancedetails, barocke Stuckdekorationen wechseln mit Rokoko-Giebeln.
Besonders bemerkenswert ist das Rathaus am Stadtplatz 27, ein Rokokobau, der zwischen 1765 und 1778 nach Plänen von Johann Gotthard Hayberger errichtet wurde. Sein schlanker Zwiebelturm orientiert, noch bevor man weiß, wo man steht. Auf der Balustrade stehen sechs allegorische Figuren, die Tugenden wie Gerechtigkeit und Selbsterkenntnis verkörpern. Der Stadtplatz wurde ab 2018 aufwendig renoviert, die neue Flaniermeile schuf breitere Fußgängerbereiche und konsumfreie Zonen. Auch Franz Schubert wohnte hier: Er besuchte Steyr 1819, 1823 und 1825 und wohnte in zwei verschiedenen Häusern am Stadtplatz, an die Gedenktafeln erinnern. Wer sich Zeit lässt und die engen Durchhäuser erkundet, entdeckt malerische Innenhöfe, die vom einstigen Kaufmannsreichtum erzählen.
2. Das Bummerlhaus
Das Bummerlhaus am Stadtplatz 32 ist das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt. Als spätgotischer Profanbau zählt es zu den besterhaltenen Gebäuden seiner Art in ganz Österreich. Teile des Gebäudes gehen auf das 13. Jahrhundert zurück, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1450. 1473 wurde das Haus um 1000 Gulden an den reichen Kaufherrn Georg Prandtstetter verkauft, eine Summe, die das Prestige des Gebäudes verdeutlicht. Im Inneren sind noch heute Säulen, Holztramdecken und kunstvolle Türbeschläge erhalten.
Der Name verdankt sich einem Scherz. Das Gasthaus, das sich jahrhundertelang im Haus befand, hieß zum Goldenen Löwen und hatte als Aushängeschild eine Löwenfigur. Die Steyrer Bürger fanden diesen Löwen wenig imposant und nannten ihn liebevoll „Bummerl“, was soviel wie kleiner, dicklicher Hund bedeutet. Der Spitzname blieb, und der Löwe hängt noch heute als Schild über dem Portal. Wer am Stadtplatz steht und das markante Maßwerkfries der Fassade betrachtet, versteht sofort, warum dieses Gebäude seit Jahrhunderten die Blicke auf sich zieht. Heute befindet sich im Erdgeschoss eine Bankfiliale, das historische Äußere des Hauses ist jedoch unverändert erhalten geblieben.
3. Schloss Lamberg
Kein Blick auf Steyr ist vollständig ohne Schloss Lamberg. Das Barockschloss thront auf einer Hochterrasse über dem Zusammenfluss von Enns und Steyr und bildet die dramatische Kulisse, die Steyr auf Fotografien so einprägsam macht. Seine Wurzeln reichen bis zur Styraburg zurück, die bereits 985 urkundlich erwähnt wurde und namensgebend für die Stadt Steyr sowie für das Bundesland Steiermark war. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1727 ließ die Adelsfamilie Lamberg das Schloss nach Plänen des Linzer Baumeisters Johann Michael Prunner als repräsentatives Barockschloss neu errichten.
Das Schloss besteht aus drei langgestreckten Trakten mit zusammen 122 Räumen und einem dreieckigen Innenhof. Im Hof steht ein Brunnen mit einer wasserspeienden Hundefigur aus dem Jahr 1666, dem Wappentier der Lambergs. Umgeben ist er von barocken Sandsteinfiguren, die aus dem Stift Gleink stammen und Spottfiguren auf verschiedene Stände und Berufe darstellen. Besonders sehenswert ist die Lambergsche Adelsbibliothek mit rund 12.000 Bänden in original erhaltenen Rokokobücherschränken. Sie gilt als die einzige an Ort und Stelle unverändert erhaltene Privatbibliothek eines österreichischen Adelsgeschlechts und kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Im Sommer findet im Schlossgraben das Musikfestival Steyr statt, ein weiterer Grund, das Schlossgelände zu besuchen.
4. Innerberger Stadel und Stadtmuseum
Der Innerberger Stadel am Grünmarkt 26 ist das bedeutendste Wirtschaftsgebäude der Renaissance in Österreich, und das ist keine übertriebene Einschätzung. Das mächtige Doppelgiebelhaus wurde um 1612/13 errichtet und diente zunächst als Getreidespeicher. 1628 erwarb die Innerberger Hauptgewerkschaft, der größte Montankonzern Mitteleuropas seiner Zeit, das Gebäude als Verlagsstelle für Eisen und Stahl. Die Fassade ist mit aufwändigen Sgraffiti geschmückt, ein Fresko ziert das Steinportal, und ein schmiedeeiserner Doppeladler mit dem Wappen der Eisengewerkschaft krönt den Bau.
Heute beherbergt der Innerberger Stadel das Stadtmuseum Steyr, das nach der Neugestaltung zur Oberösterreichischen Landesausstellung 2021 in neuem Glanz erstrahlt. Die Dauerausstellung führt durch die über tausend Jahre alte Geschichte der Stadt, von den Otakarern über den Eisenhandel bis zur Industrialisierung. Besucher können sich mittels Audioguide auf Deutsch und Englisch selbständig durch die Ausstellung führen lassen. Unmittelbar daneben schließt das Neutor an, ein wuchtiger Schutzbau aus dem Jahr 1572, der nach einem Hochwasser errichtet wurde und heute Teil des Museumskomplexes ist. Der Gebäudekomplex wurde zwischen 2018 und 2020 umfassend saniert und verbindet historische Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur auf gelungene Weise.
5. Das Steyrer Kripperl
Im Erdgeschoss des Innerberger Stadels befindet sich eine Attraktion, die selbst Kulturkenner überrascht: das Steyrer Kripperl. Was unscheinbar klingt, ist tatsächlich eines der letzten noch bespielten Stabpuppentheater im deutschen Sprachraum und das einzige verbliebene ortsfeste, privat geführte Krippenspiel dieser Art. 450 historische Stabpuppen, von denen einige über 200 Jahre alt sind, stehen für Vorstellungen bereit. Die Figuren werden von rund 20 ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins Heimatpflege Steyr bedient.
Die Ursprünge des Kripperls reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Mehrere Wander-Krippenbühnen aus der Region wurden vereint, der Bestand gelangte 1913 in den Innerberger Stadel, und seit 1923 finden dort regelmäßig Vorstellungen statt. Die Stücke werden in Steyrer Mundart gespielt und sind seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert überliefert. Das Programm zeigt religiöse Szenen ebenso wie kabarettartige Bilder aus dem alten Handwerksleben: Nachtwächter, Bergknappen, Bäcker und Kohlbauernbuben beleben die Bühne. Die UNESCO hat das Steyrer Kripperl 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen, eine Auszeichnung, die seinen Rang als lebendiges Kulturgut unterstreicht.
6. Die Wallfahrtskirche Christkindl
Wer nach Sehenswürdigkeiten in Steyr sucht, sollte den Stadtteil Christkindl nicht auslassen. Der Ort liegt auf einem bewaldeten Hügel am Rand von Steyr und hat eine eigene Postleitzahl sowie ein eigenes Ortsschild, was ihn selbst für österreichische Verhältnisse ungewöhnlich macht. Die Geschichte beginnt 1695, als der schwerkranke Steyrer Türmer Ferdinand Sertl eine kleine Wachsfigur des Jesuskindes in die Höhlung einer Fichte stellte und dort zu beten begann. Er genas von seiner Epilepsie, die Nachricht verbreitete sich rasch, und bald strömten so viele Wallfahrer zu dem Baum, dass ein Kirchenbau unvermeidlich wurde.
1702 wurde der Grundstein zur barocken Wallfahrtskirche nach Plänen von Carlo Antonio Carlone gelegt, Jakob Prandtauer vollendete den Bau, der 1725 geweiht wurde. Das Innere der Kirche ist ein Meisterwerk des österreichischen Barock: Der Hochaltar enthält noch immer den originalen Fichtenstamm mit der winzigen, nur zehn Zentimeter großen Wachsfigur. Das berühmte Sonderpostamt öffnet alljährlich in der Adventszeit und versieht Briefe aus aller Welt mit dem begehrten Christkindl-Sonderstempel. Seit seiner Einrichtung im Jahr 1950 werden heute jährlich rund zwei Millionen Sendungen auf diesem Weg verschickt. Im Pfarrhof ist außerdem eine mechanische Krippe mit fast 300 Figuren zu besichtigen sowie die Pöttmesser-Krippe mit über 700 Figuren auf 58 Quadratmetern, eine der größten Krippen der Welt.
7. Museum Arbeitswelt
Das Museum Arbeitswelt im Steyrer Wehrgraben ist kein gewöhnliches Industriemuseum. In revitalisierten Fabrikgebäuden aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, direkt am Ufer des Steyr-Flusses gelegen, wurde 1987 das erste Arbeitsmuseum Österreichs eröffnet. Es ging aus der Oberösterreichischen Landesausstellung dieses Jahres hervor und hat sich seither zu einem international anerkannten Ausstellungs- und Kulturzentrum entwickelt. Im Jahr 2019 wurde das Museum mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet.
Die Ausstellungen widmen sich den Veränderungen der Lebens- und Arbeitswelt seit der Industrialisierung und gehen dabei weit über Maschinengeschichte hinaus. Soziologische, psychologische und politische Dimensionen der Arbeit werden ebenso beleuchtet wie persönliche Schicksale. Die zwei historischen Fabrikgebäude sind durch eine moderne Stahl-Glas-Konstruktion verbunden, die selbst schon ein architektonisches Statement ist. Unmittelbar am Weg zum Museum befindet sich der Stollen der Erinnerung, ein ehemaliger Luftschutzbunker, der 1943 von KZ-Häftlingen erbaut wurde und heute die Geschichte Steyrs zur Zeit des Nationalsozialismus dokumentiert. Beide Orte zusammen bilden ein nachdenkliches Gegenstück zum pittoresken Altstadtbild.
8. Der Stadtteil Steyrdorf und der Wehrgraben
Wer hinter die touristischen Kulissen der Altstadt blicken möchte, wandert durch den Stadtteil Steyrdorf. Dieser historische Ortsteil am linken Ufer des Steyr-Flusses war über Jahrhunderte das Quartier der Eisenhandwerker und kleinen Gewerbetreibenden. Enge Gassen, malerische Innenhöfe wie der Dunklhof, alte Brunnen und bescheidene Bürgerhäuser vermitteln ein unverstelltes Bild des mittelalterlichen Stadtlebens abseits der repräsentativen Stadtplatzfassaden. Viele Gebäude sind mit Erläuterungsschildern versehen, sodass ein Selbstspaziergang gut möglich ist.
Eng mit Steyrdorf verbunden ist der Wehrgraben, ein historischer Werkskanalbereich entlang des Steyr-Flusses, der unter Denkmalschutz steht. Hier betrieben Schmiede, Messermacher und andere Eisenhandwerker über Jahrhunderte ihre wassergetriebenen Betriebe. Die Kanalläufe, alten Fabriksgebäude und die ruhige Wasseratmosphäre machen diesen Stadtteil zu einem der stimmungsvollsten Winkel Steyrs. Das Museum Arbeitswelt hat im Rahmen von Stadtteilführungen ein Programm entwickelt, das die Geschichte der Menschen dieses Viertels lebendig macht. Der Spaziergang entlang der Kanäle, über den Museumssteg und durch die alten Gassen gehört zu den lohnendsten Erfahrungen, die Steyr zu bieten hat.
9. Die Stadtpfarrkirche und die Michaelerkirche
Steyr besitzt zwei bemerkenswerte Kirchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Stadtpfarrkirche St. Ägidius und Koloman ist ein Meisterwerk der Spätgotik, deren Pläne auf Hans Puchspaum zurückgehen, den Dombaumeister des Wiener Stephansdoms. Das erklärt die architektonische Verwandtschaft zwischen beiden Gotteshäusern. Der mächtige Turm der Stadtpfarrkirche überragt die Altstadt und bietet beim Aufstieg einen atemberaubenden Panoramablick über die Dächer und die Flusslandschaft. Die Steyrer Nachtwächter machen diesen Aufstieg zum fixen Bestandteil ihrer abendlichen Stadtführungen, bei denen sie in historischer Tracht mit Hellebarde und Laterne durch die Gassen führen.
Die Michaelerkirche am Steyrufer ist das barocke Gegenstück zur gotischen Stadtpfarrkirche. Mit ihrem angeschlossenen Klosterbau bildet sie zusammen mit Schloss Lamberg und dem Bürgerspital die bekannteste Silhouette Steyrs, die sich von der gegenüberliegenden Seite des Zusammenflusses ergibt. Dieses Panorama zählt zu den meist fotografierten Motiven Oberösterreichs. Im Bürgerspital direkt neben der Michaelerkirche hat das erste Österreichische Weihnachtsmuseum seinen Sitz, das antiken Christbaumschmuck von 1830 bis 1945 zeigt und eine besondere Erlebnisbahn für Besucher bereithält.
10. Der Zusammenfluss von Enns und Steyr
Die Stadt Steyr verdankt ihren Namen dem Fluss, und der Zusammenfluss von Enns und Steyr ist mehr als ein geografisches Detail. Dieses Naturschauspiel ist der eigentliche Kern der Stadt, der Ort, um den alles entstanden ist. Die Enns hat beim Erreichen Steyrs bereits rund 180 Kilometer hinter sich, die Steyr immerhin 68 Kilometer. Wenn die beiden Flüsse hier aufeinandertreffen, entsteht durch die unterschiedlichen Wasserfarben, meistens grünlich die Enns und bläulich die Steyr, ein faszinierendes Farbspiel, das sich je nach Jahreszeit und Wetterlage verändert.
Von der Zwischenbrücken genannten Landzunge aus hat man den besten Blick auf diese Begegnung der Flüsse. Über dem Zusammenfluss thront Schloss Lamberg, flankiert von der Michaelerkirche, und der historische Wasserturm aus dem 16. Jahrhundert zeigt am Gemäuer noch heute die Hochwassermarken vergangener Jahrhunderte, darunter die Marke des Jahrhunderthochwassers von 2002. Diese Uferpromenade bietet bei jedem Wetter eine lohnende Perspektive auf die Stadtsilhouette und gehört zu jenen Orten, an denen sich die Lage Steyrs unmittelbar erschließt. Ein kurzer Spaziergang von der Altstadt hierher genügt, und man versteht sofort, warum an genau diesem Punkt vor mehr als tausend Jahren eine Burg gebaut wurde.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Stadtgeschichte | Steyr wurde 985 erstmals urkundlich erwähnt und war über Jahrhunderte die bedeutendste Eisenhandelsstadt Österreichs |
| Denkmalschutz | Nach Wien besitzt Steyr die meisten denkmalgeschützten Häuser in Österreich |
| Bummerlhaus | Eines der besterhaltenen spätgotischen Bürgerhäuser Österreichs, Gebäudeteile aus dem 13. Jahrhundert, Wahrzeichen der Stadt |
| Steyrer Kripperl | UNESCO-Immaterielles Kulturerbe seit 2018, eines der letzten noch bespielten Stabpuppentheater im deutschen Sprachraum |
| Sonderpostamt Christkindl | Seit 1950 in Betrieb, heute werden jährlich rund zwei Millionen Sendungen mit dem Christkindl-Sonderstempel versehen |
Fazit
Steyr ist eine Stadt, die keine Erklärungen benötigt. Wer durch den Stadtplatz geht, das Bummerlhaus sieht und dann hinauf zu Schloss Lamberg schaut, versteht das Wesen dieser Stadt sofort. Das Besondere an Steyr ist die Dichte: Auf engem Raum stehen gotische Bürgerpalais, Barockkirchen, Renaissancebauten und ein preisgekröntes Industriemuseum, ohne dass eines das andere verdrängt. Dazu kommen ein UNESCO-ausgezeichnetes Puppentheater und ein Wallfahrtsort mit internationalem Ruf.
Für österreichische Reisende, die ein verlässliches Ausflugsziel suchen, das Geschichte, Architektur und Kulturerlebnis verbindet, ist Steyr eine ausgezeichnete Wahl. Die Stadt lässt sich gut zu Fuß erkunden, die Altstadt ist kompakt, und die zehn vorgestellten Sehenswürdigkeiten lassen sich auf zwei Tage verteilen, ohne Hast. Steyr verdient mehr Aufmerksamkeit, als es gemeinhin bekommt, und wer einmal dort war, kommt in der Regel wieder.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Sehenswürdigkeit in Steyr“
Warum wird Steyr auch als Christkindlstadt bezeichnet, und was hat das mit dem Rest der Stadt zu tun?
Der Name geht auf den Stadtteil Christkindl zurück, der offiziell zur Stadt Steyr gehört und seit 1950 das weltweit bekannte Sonderpostamt beherbergt. Ursprung ist eine barocke Wallfahrtskirche, die im frühen 18. Jahrhundert an jenem Ort errichtet wurde, wo 1695 ein kranker Steyrer Bürger eine Wachsfigur des Jesuskindes in eine Baumhöhle gestellt hatte. Dieser Ort entwickelte sich zum Wallfahrtsort, und der Advent verwandelt seither die gesamte Stadt in ein Weihnachtsgeschehen: Steyrer Kripperl, Weihnachtsmuseum, Adventmarkt auf dem Stadtplatz und die Wallfahrtskirche in Christkindl ergänzen sich zu einem zusammenhängenden Angebot, das weit über einen einzelnen Besuchspunkt hinausgeht.
Welche Verbindung besteht zwischen Steyr und dem Komponisten Franz Schubert?
Franz Schubert besuchte Steyr insgesamt dreimal, nämlich in den Jahren 1819, 1823 und 1825. Er kam auf Einladung des Sängers Johann Michael Vogl, eines gebürtigen Steyrer Bürgers, und logierte in verschiedenen Häusern am Stadtplatz. Der erste Aufenthalt 1819 war besonders produktiv: Schubert schrieb in Steyr das berühmte Forellenquintett, eines seiner beliebtesten Kammermusikwerke. Steyr war für Schubert kein beliebiger Ort; er beschrieb die Stadt in Briefen als äußerst schön und die Gegend als angenehm. Gedenktafeln an den entsprechenden Häusern am Stadtplatz erinnern noch heute an diese Aufenthalte.
Ist Steyr nur in der Vorweihnachtszeit einen Besuch wert, oder lohnt sich die Reise das ganze Jahr?
Diese Annahme ist weit verbreitet, aber sie trifft nicht zu. Steyr entfaltet in der Adventszeit zweifellos besonderen Charme, weil Sonderpostamt, Steyrer Kripperl, Christkindler Wallfahrtskirche und Adventmarkt zusammenwirken. Das architektonische Erbe der Stadt ist jedoch jahreszeitunabhängig: Stadtplatz, Bummerlhaus, Schloss Lamberg, Innerberger Stadel und Museum Arbeitswelt sind das ganze Jahr zugänglich oder buchbar. Im Sommer bietet der Schlossgraben das Musikfestival Steyr, die Uferpromenaden laden zu Spaziergängen ein, und die Schlossbibliothek kann auf Anfrage das ganze Jahr besichtigt werden. Wer dem Adventgetümmel aus dem Weg gehen möchte, erlebt Steyr in den ruhigeren Monaten besonders intensiv.
Was unterscheidet das Museum Arbeitswelt in Steyr von anderen Industriemuseen?
Das Museum Arbeitswelt ist kein klassisches Technikmuseum, das Maschinen und Produktionsabläufe in den Vordergrund stellt. Die Ausstellungen fokussieren auf die sozialen, politischen und kulturellen Dimensionen der Arbeit und fragen, wie Arbeit das Denken, das Zusammenleben und die Wertvorstellungen von Menschen prägt. Der Ansatz ist gesellschaftskritisch und multiperspektivisch. Dazu kommt die historische Qualität des Gebäudes: Die revitalisierten Fabrikgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stehen selbst unter Denkmalschutz und befinden sich im historischen Wehrgraben-Viertel. Der benachbarte Stollen der Erinnerung, ein NS-Luftschutzbunker, ergänzt das Angebot um eine wichtige historische Dimension. Der Österreichische Museumspreis 2019 bestätigt den besonderen Rang dieses Hauses.
Welche typischen Fehler machen Besucher beim Erkunden der Steyrer Altstadt?
Der häufigste Fehler ist eine zu kurze Planung. Viele Tagesausflügler beschränken sich auf den Stadtplatz und das Bummerlhaus und verpassen dabei Steyrdorf, den Wehrgraben, die Zwischenbrücken und den Aufstieg zum Schloss Lamberg. Steyr funktioniert am besten als Übernachtungsdestination mit mindestens einem vollen Erkundungstag. Ein weiterer Irrtum betrifft die Schlossbibliothek: Sie ist nicht frei zugänglich, sondern muss im Rahmen einer Führung gebucht werden, was viele erst vor Ort erfahren. Wer das Steyrer Kripperl sehen möchte, muss auf die Spielzeiten achten, denn Vorstellungen finden nur in der Advents- und Weihnachtszeit statt. Für alle anderen Sehenswürdigkeiten empfiehlt es sich, vorab zu prüfen, ob Führungen oder Gruppenanmeldungen erforderlich sind, da manche Objekte nicht spontan zugänglich sind.
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