Wels überrascht mit einer Tiefe, die man der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs auf den ersten Blick nicht unbedingt ansieht. Welche Sehenswürdigkeit in Wels lohnt sich wirklich, und was sollten Sie bei Ihrem Besuch keinesfalls verpassen?
Eine Stadt zwischen Römerzeit und Gegenwart
Wels zählt heute rund 65.000 Einwohner und belegt auf der Liste der größten österreichischen Städte den achten Platz. Was die Stadt von vergleichbaren Mittelstädten abhebt, ist die außergewöhnliche Dichte an historischen Schichten, die sich auf kleinem Raum konzentrieren. Bereits in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus entstand hier die römische Siedlung Ovilava, die Kaiser Hadrian zum Municipium, also zur selbstverwalteten Stadtgemeinde, erhob. Im vierten Jahrhundert wurde Ovilava zur Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Ufernoricum.
Diese Vergangenheit ist in Wels kein abgeschlossenes Kapitel. Sie begegnet Ihnen an Straßenecken, in Museumskellern und auf dem weitläufigen Stadtplatz, der heute noch genauso das Zentrum des öffentlichen Lebens bildet wie einst im Mittelalter. Wels verbindet dieses historische Erbe mit modernen Kultureinrichtungen, einem lebendigen Zoo und einem Science Center von überregionalem Rang. Die folgende Auswahl stellt die zehn wichtigsten Ziele vor.
1. Der Welser Stadtplatz: Das Herz der Stadt
Wer Wels besucht, beginnt am besten auf dem Welser Stadtplatz. Der langgestreckte Platz gilt als einer der schönsten Straßenplätze Österreichs und wird von 64 Bürgerhäusern aus verschiedenen Stilepochen gesäumt. Die Häuser selbst sind zumeist älter als ihre Fassaden vermuten lassen: Während die sichtbaren Fronten größtenteils barocke Gestaltungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert zeigen, stammen die Hinterhöfe vielfach noch aus der Gotik und der Renaissance. Diese Schichtung macht einen Rundgang durch die Arkadenhöfe zu einem kleinen Architekturerlebnis für sich.
Die Entstehung des Platzes in seiner heutigen Form begann im 13. Jahrhundert. Schon im Mittelalter diente er als Marktplatz für Vieh und landwirtschaftliche Produkte. Im Jahr 1222 wurde Wels erstmals urkundlich als Civitas, also als Stadt, erwähnt, und der Stadtplatz entwickelte sich rasch zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt. Heute laden Cafés, Schanigärten und inhabergeführte Geschäfte zum Verweilen ein. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn die Welser Weihnachtswelt mit rund 700.000 LED-Lichtern den Platz in Szene setzt, ist die Atmosphäre einzigartig.
Für einen ausgiebigen Spaziergang sollten Sie mindestens zwei Stunden einplanen. Die kostenlosen Stadtführungen und der Nachtwächterrundgang bieten zusätzliche Einblicke in die Geschichte der einzelnen Häuser und ihrer Bewohner.
2. Der Ledererturm: Das Wahrzeichen von Wels
Am westlichen Ende des Stadtplatzes steht der Ledererturm, das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Ledertor am 24. Juli 1326. Der Turm war einst Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung: Vier Stadttürme schützten das Stadtgebiet, doch nur der Ledererturm überstand das 19. Jahrhundert unbeschadet. Die drei anderen Türme wurden zwischen 1842 und 1875 abgetragen. Dass der Ledererturm heute noch steht, verdankt Wels dem Protest engagierter Bürgerinnen und Bürger, die 1904 einen Abbruchantrag erfolgreich verhinderten.
Das fast 38 Meter hohe Bauwerk auf nahezu quadratischem Grundriss erhielt sein heutiges Erscheinungsbild zwischen 1616 und 1619 durch den Maurermeister Marx Martin Spaz aus Linz. Davor hatte ein Angriff des sogenannten Passauer Kriegsvolkes im Jahr 1610 schwere Schäden angerichtet. Das ursprüngliche Zwiebeldach fiel 1771 einem Brand zum Opfer und wurde durch die heutige Dachkonstruktion ersetzt. Seinen Namen trägt der Turm nach dem Vorstadtviertel der Lederer, die im Mittelalter in der heutigen Fabrikstraße und Schwimmschulgasse ihre Werkstätten betrieben.
Von innen ist der Turm außerhalb der Weihnachtszeit nur im Rahmen von Nachtwächterführungen zugänglich. In der Adventszeit hingegen verwandelt sich sein Inneres in eine Weihnachtsgreißlerei und ein Museum für historische Spielzeuge. Kinder können hier sogar einen Brief an das Christkind verfassen und erhalten, wenn eine Adresse angegeben wird, eine Antwort.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Stadtbefestigung?
Eine Stadtbefestigung war im Mittelalter ein System aus Mauern, Gräben und Türmen, das die Stadtbevölkerung vor Angriffen schützte. In Wels umschloss die Befestigungsanlage mit einer massiven, innen mit einem Wehrgang versehenen Mauer das gesamte Stadtgebiet. Der Graben wurde zwischen 1781 und 1785 trockengelegt und bis 1875 zugeschüttet. Der Ledererturm ist das letzte erhaltene Zeugnis dieser Anlage in Wels.
3. Burg Wels und Stadtmuseum: Wo Kaiser Maximilian starb
Die Burg Wels gehört zu den geschichtlich bedeutsamsten Bauwerken der Stadt. Ursprünglich als Holzbau errichtet, wurde sie erst im 12. oder 13. Jahrhundert als Steinbau ausgebaut. Die Babenberger und später die Habsburger nutzten sie als Herrschaftssitz. Ihr bekanntestes historisches Datum ist der 12. Jänner 1519: An diesem Tag starb Kaiser Maximilian I. in der Burg Wels. Der Habsburgerkaiser, der als letzter Ritter in die Geschichte eingegangen ist, verbrachte seine letzten Tage in der Stadt an der Traun.
Heute beherbergt die Burg das Stadtmuseum Wels, das rund 1.000 Jahre Stadtgeschichte in seinen Sammlungen vereint. Die Ausstellung führt von der frühen Besiedlung über die mittelalterliche Blütezeit bis zur jüngeren Stadtentwicklung. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zeit Kaiser Maximilians I. und den Spuren seiner Herrschaft in Wels. Im Sommer bietet der Burghof den Rahmen für Brauchtumsveranstaltungen, Konzerte und Kulturveranstaltungen. Die Kombination aus Museum und lebendigem Veranstaltungsort macht die Burg zu einem Anlaufpunkt, der über das rein Historische hinausgeht.
4. Stadtmuseum Minoriten: Römerzeit zum Anfassen
Im ehemaligen Minoritenkloster am Minoritenplatz befindet sich die archäologische Sammlung des Stadtmuseums Wels. Das Kloster wurde um 1280 gegründet, als Stifter gelten die Polheimer, die ihren Adelssitz nordwestlich des Klosters errichteten. Etwa um 1300 entstand die Minoritenkirche, von der noch der Chor mit den mächtigen Strebepfeilern in seiner ursprünglichen Form erhalten ist. Im Zuge der Gegenreformation wurde die Anlage barockisiert und 1784 unter Kaiser Joseph II. aufgehoben.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der für Wels so prägenden Römerzeit. Als Ovilava war Wels Hauptstadt der römischen Provinz Ufernoricum und ein wichtiger Verwaltungssitz. Die Dauerausstellung führt von der Jungsteinzeit bis zur Zeit der Bajuwaren und stützt sich auf Funde aus archäologischen Grabungen im Stadtgebiet. Besucherinnen und Besucher können in begehbaren, archäologischen Ausgrabungsbereichen direkt in das Bodendenkmal eintauchen. Freigelegte Mauerreste und Fresken aus verschiedenen Bauphasen des Klosters sind sichtbar in die Präsentation integriert und erzählen so mehrere Geschichten gleichzeitig.
Was hat Ovilava mit dem heutigen Wels gemeinsam?
Ovilava war der römische Name der Siedlung, die auf dem Gebiet des heutigen Wels stand. Der Name Wels selbst ist keltischen Ursprungs und verweist auf eine noch ältere Besiedlung. Die geografische Lage an der Traun machte den Ort attraktiv: Die Römer erkannten die strategische Bedeutung und bauten Ovilava zu einem bedeutenden Verwaltungszentrum aus. Zahlreiche Bodenfunde aus dem Stadtgebiet, von Alltagsgegenständen über Inschriften bis zu Skulpturen, zeugen bis heute von dieser Epoche.
5. Welios Science Center: Energie begreifen
Das Welios Science Center am Weliosplatz 1 ist seit seiner Eröffnung im April 2011 eines der meistbesuchten Ausflugsziele der Stadt. Der Name ist ein Akronym aus dem Stadtnamen Wels und dem griechischen Sonnengott Helios, was bereits das inhaltliche Programm andeutet: Die Dauerausstellung widmet sich auf rund 2.500 Quadratmetern den Themen Energie, Energieeffizienz und erneuerbaren Energiequellen. Wind, Wasser, Sonnenenergie, Biomasse und Geothermie werden in Innen- und Außenbereichen erlebbar gemacht.
Das Welios folgt dem Konzept eines Science Centers, also eines Mitmachmuseums. Rund 150 Exponate laden zum selbstständigen Experimentieren ein. Wer möchte, kann mit eigener Muskelkraft Energie erzeugen, den Flugsimulator ausprobieren oder im Raum der Illusionen die eigene Wahrnehmung auf die Probe stellen. Ein Sonderausstellungsbereich von 550 Quadratmetern ergänzt die Dauerausstellung im wechselnden Rhythmus. Das Welios richtet sich zwar besonders an Kinder und Jugendliche, bietet aber auch für Erwachsene interessante Installationen und ist bei schlechtem Wetter eine verlässliche Anlaufstelle.
6. Museum Angerlehner: Zeitgenössische Kunst in einer früheren Fabrikshalle
In Thalheim bei Wels, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, steht das Museum Angerlehner. Der Unternehmer Heinz J. Angerlehner eröffnete es im September 2013 als privates Museum für zeitgenössische Kunst. Das Gebäude selbst hat eine ungewöhnliche Geschichte: Es war ursprünglich die Werks- und Montagehalle der Firma FMT, die Angerlehner selbst gegründet hatte. Nach dem Umzug des Unternehmens 2010 gewann ein Entwurf des Architekturbüros Wolf Architektur aus Grieskirchen einen Umbau-Wettbewerb. Am fertigen Gebäude ist die Baugeschichte ablesbar: Alle schwarzen Elemente stammen aus der alten Halle, alle weißen Einbauten sind neu.
Die Sammlung umfasst mehr als 2.500 Werke. Der Schwerpunkt liegt auf österreichischer Malerei nach 1945, mit einem besonderen Augenmerk auf Positionen oberösterreichischer Künstlerinnen und Künstler. Neben Malereien enthält die Sammlung Grafiken, Skulpturen und Fotografien. Der große Ausstellungsraum im Erdgeschoss zählt mit knapp 1.200 Quadratmetern zu den größten des Bundeslandes. Vier kleinere Räume im ersten Obergeschoss und ein Salon runden das Angebot ab. Das Museum kooperiert zudem mit dem Welios Science Center und bietet kombinierte Vermittlungsprogramme für Schulklassen an.
7. Tiergarten Wels: Der älteste Zoo Oberösterreichs
Der Tiergarten Wels blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1930 reicht. Damals fand auf dem Gelände des Welser Volksfestes eine Wildtierausstellung statt, die die Stadt Wels zur Schaffung einer dauerhaften Einrichtung inspirierte. Die Parkanlage des Herminenhofes wurde erworben und als Hirschenwiese zugänglich gemacht. 1934 eröffnete ein erstes Vogelgehege, das noch heute besteht. Heute ist der Tiergarten der älteste Zoo Oberösterreichs und beherbergt auf 28.000 Quadratmetern rund 650 Tiere.
Das Besondere am Welser Tiergarten ist nicht nur sein historischer Rang, sondern auch sein Konzept: Der Eintritt ist frei. Die Finanzierung übernimmt die Stadt Wels, ergänzt durch Sponsoring. Das Angebot ist dabei alles andere als bescheiden. Neben zahlreichen heimischen Vogelarten zählen Bartaffen, Guerezas, Kapuzineraffen und Lisztaffen zu den Bewohnern. Die Kattas, eine madagassische Lemurenart, dürfen sich frei im gesamten Gelände bewegen und sind ein besonderer Anziehungspunkt für Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Der Tiergarten beteiligt sich an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen des europäischen Zooverbands EAZA und leistet damit auch einen wissenschaftlichen Beitrag zum Artenschutz.
Warum ist der Tiergarten Wels für Familien besonders geeignet?
Der Tiergarten Wels verbindet einen zentrumsnahen Stadtpark mit einem überschaubaren, naturnahen Zoo. Durch das Gelände fließt ein Seitenarm des Mühlbaches, der zahlreiche Teiche und Feuchtbiotope bildet. Mehrere Kinderspielplätze, ein Buffet und die Möglichkeit, Tiere aus nächster Nähe zu beobachten, machen einen Besuch auch für jüngere Kinder attraktiv. Da der Eintritt frei ist, eignet sich der Tiergarten auch für einen spontanen Abstecher ohne aufwendige Planung.
8. Marienwarte auf dem Reinberg: Panorama über Wels
Wer Wels von oben sehen möchte, dem sei die Marienwarte auf dem Reinberg empfohlen. Der Reinberg liegt jenseits der Traun und gehört dennoch zum Stadtgebiet von Wels. Der Verschönerungsverein Wels ließ die 22,8 Meter hohe Aussichtsplattform im Jahr 1891 errichten und legte rund um sie neue Wege und Baumreihen an. Die Plattform befindet sich auf einer Höhe von 391,1 Metern über dem Meeresspiegel.
Bei klarem Wetter reicht der Blick von der Aussichtsplattform weit über die Traun-Ebene hinaus bis in den Hausruck, den Böhmerwald und die Alpen. Der Aufstieg führt durch eine gepflegte Parklandschaft und dauert zu Fuß nur wenige Minuten. Der Eintritt ist frei. Die Marienwarte ist weniger bekannt als die großen Museen der Stadt, bietet aber eine Perspektive auf Wels, die kein Bild aus dem Reiseführer ersetzen kann. Besonders an klaren Herbsttagen, wenn die Alpenkette scharf gezeichnet am Horizont erscheint, ist der Aufstieg besonders lohnend.
9. Galerie der Stadt Wels: Zeitgenössische Kunst im institutionellen Rahmen
Die Galerie der Stadt Wels in der Pollheimerstraße 17 präsentiert zeitgenössische Kunstpositionen aus dem internationalen, nationalen und regionalen Umfeld. Das Programm der Galerie zeichnet sich durch Kooperationen mit Kunstuniversitäten sowie mit renommierten Galerien und Museen aus, was ihr einen überregionalen Stellenwert sichert. Im Unterschied zum privaten Museum Angerlehner handelt es sich hier um eine städtische Institution, die auf wechselnde Ausstellungen setzt und damit ein breites inhaltliches Spektrum abdecken kann.
Für Kunstinteressierte, die zeitgenössische Positionen jenseits etablierter Sammlungen suchen, ist die Galerie eine wichtige Adresse. Die Ausstellungen wechseln regelmäßig und bringen häufig Künstlerinnen und Künstler nach Wels, die auch international aktiv sind. Gleichzeitig behält die Galerie ihren Blick auf die regionale Szene Oberösterreichs. Wer beide Häuser, also die Galerie und das Museum Angerlehner, an einem Tag besucht, bekommt einen guten Überblick über die Bandbreite der zeitgenössischen Kunstszene in und um Wels.
10. Stadtpfarrkirche und historische Altstadt: Architektur über Jahrhunderte
Am östlichen Ende des Stadtplatzes steht die Stadtpfarrkirche Wels, die bereits im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird. Die heutige Erscheinung ist das Ergebnis mehrerer Umbauphasen, die gotische, barocke und neugotische Elemente miteinander verbinden. Im Mittelalter befand sich im Bereich der Kirche und des östlichen Stadtplatzes ein Friedhof, der bis weit in den Platz hineinreichte. Die Kirche ist damit nicht nur ein religiöses, sondern auch ein stadtgeschichtliches Zeugnis ersten Ranges.
In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft liegt das Haus der Salome Alt, ein wappengeschmücktes Eckhaus mit prächtiger Fassade, das gegenüber der Stadtpfarrkirche steht. Salome Alt, die langjährige Lebensgefährtin des Salzburger Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau, wohnte hier von 1611 bis zu ihrem Tod 1633. Das Gebäude zählt zu den schönsten Bürgerhäusern in Wels. Ein Stadtspaziergang, der die Pfarrkirche, die Arkadenhöfe und das Haus der Salome Alt miteinander verbindet, vermittelt ein plastisches Bild vom Wels der Renaissance und des Barock. Die kostenlose Smartphone-App Hearonymus ergänzt solche Rundgänge mit Audio-Kommentaren zu den wichtigsten Stationen.
Kernfakten im Überblick
| Aspekt | Wesentliches |
|---|---|
| Stadtgeschichte | Wels geht auf die römische Siedlung Ovilava zurück, die in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. entstand und später Hauptstadt der Provinz Ufernoricum wurde |
| Ledererturm | Erstmals 1326 urkundlich erwähnt, 37,7 Meter hoch, einziger erhaltener der vier mittelalterlichen Stadttürme und offizielles Wahrzeichen von Wels |
| Tiergarten Wels | Ältester Zoo Oberösterreichs mit Wurzeln im Jahr 1930, 28.000 m² Fläche, rund 650 Tiere, Eintritt kostenlos |
| Welios Science Center | Eröffnet 2011, Dauerausstellung auf 2.500 m² zu Energie und Naturwissenschaft, rund 150 interaktive Exponate |
| Museum Angerlehner | Privates Kunstmuseum in Thalheim bei Wels, eröffnet 2013, Sammlung von über 2.500 Werken zeitgenössischer Kunst mit Schwerpunkt österreichischer Malerei nach 1945 |
Fazit
Wels ist eine Stadt, die mehr zu bieten hat, als ihr überregionaler Ruf als Messestadt zunächst vermuten lässt. Die Sehenswürdigkeit in Wels, die am nachhaltigsten beeindruckt, ist nicht ein einzelnes Gebäude, sondern das Zusammenspiel aus verschiedenen Epochen auf engem Raum. Der Stadtplatz mit dem Ledererturm liefert den historischen Rahmen, die Burg und das Minoritenkloster füllen ihn mit konkreter Geschichte. Das Welios Science Center und das Museum Angerlehner zeigen, dass die Stadt auch in der Gegenwart kulturell aktiv ist. Der Tiergarten schließlich verbindet Natur, Wissenschaft und Familientauglichkeit auf eine Weise, die in dieser Form selten gratis zu haben ist.
Für eine erste Reise empfiehlt sich mindestens ein voller Tag, der am Stadtplatz beginnt, über den Ledererturm zur Burg führt und nachmittags das Welios oder den Tiergarten einschließt. Wer länger bleibt, ergänzt das Programm mit der Marienwarte, dem Museum Angerlehner und einem abendlichen Stadtspaziergang durch die Arkadenhöfe. Wels belohnt jene, die sich Zeit nehmen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema „Sehenswürdigkeit in Wels“
Ist Wels auch für einen Tagesausflug aus Wien oder Salzburg geeignet?
Wels liegt verkehrstechnisch günstig an der Westbahnstrecke und ist von Wien aus in rund zwei Stunden, von Salzburg in weniger als einer Stunde mit der Bahn erreichbar. Für einen Tagesausflug reicht das aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum, also Stadtplatz, Ledererturm, Burg und einen der Museumsstandorte, zu besichtigen. Wer auch den Tiergarten und das Museum Angerlehner einplant, sollte früh aufbrechen. Übernachtungsmöglichkeiten in verschiedenen Preisklassen erlauben es, den Aufenthalt problemlos auf zwei Tage auszudehnen und die Stadt auch am Abend zu erleben.
Welche Sehenswürdigkeit in Wels ist für Kinder besonders geeignet?
Der Tiergarten Wels zählt für Familien mit Kindern zu den attraktivsten Zielen, nicht zuletzt wegen des freien Eintritts und der naturnahen Gestaltung des Geländes. Das Welios Science Center spricht vor allem Kinder und Jugendliche an, die Technik und Naturphänomene gerne selbst ausprobieren. Der Ledererturm bietet zur Weihnachtszeit ein eigenes Kinderprogramm mit Briefschreiben ans Christkind. Für ältere Kinder und Jugendliche, die sich für Geschichte interessieren, ist das Stadtmuseum Minoriten mit seinen begehbaren Ausgrabungsflächen ein ungewöhnliches und einprägsames Erlebnis.
Was unterscheidet das Stadtmuseum in der Burg vom Stadtmuseum Minoriten?
Beide Standorte gehören zum Stadtmuseum Wels, haben aber unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Die Burg am Burggarten widmet sich rund 1.000 Jahren Stadtgeschichte und behandelt dabei besonders die Zeit der Habsburger und Kaiser Maximilians I. Das Minoritenkloster am Minoritenplatz konzentriert sich auf die frühe Geschichte der Stadt, von der Jungsteinzeit über die Römerzeit bis zur Epoche der Bajuwaren. Beide Standorte ergänzen sich inhaltlich und sind räumlich nicht weit voneinander entfernt, sodass ein gemeinsamer Besuch an einem Tag gut möglich ist.
Gibt es in Wels auch Sehenswürdigkeiten, die abseits der bekannten Routen liegen?
Neben den prominenten Zielen lohnt sich ein Blick auf das Haus der Salome Alt am östlichen Stadtplatz, das zu den schönsten Bürgerhäusern der Stadt zählt und eine bemerkenswerte Lebensgeschichte birgt. Der Herminenhof, heute unter dem Namen Dreiklanghof bekannt und Sitz der Stadtbücherei, sowie der historische Wasserturm von 1579 sind weitere Objekte, die im Stadtbild präsent sind, aber seltener gezielt aufgesucht werden. Die kostenlose App Hearonymus bietet für solche Entdeckungstouren gesprochene Kommentare zu Dutzenden Stationen in der Innenstadt.
Wie verändert sich das Angebot an Sehenswürdigkeiten in Wels in den nächsten Jahren?
Die oberösterreichische Landesgartenschau, die 2027 in Wels stattfinden wird, bringt bereits jetzt sichtbare Vorbereitungen mit sich. Zwischen Volksgarten und Traunufer entstehen neue Grünräume, und ein Rundweg soll mehrere Parkanlagen der Stadt, darunter den Tiergarten, miteinander verbinden. Diese Entwicklung wird das Stadtbild dauerhaft verändern und neue Wege für Spaziergänge und Radtouren schaffen. Wer Wels in den nächsten Jahren besucht, erlebt die Stadt also in einer Phase des sichtbaren Wandels, was den Besuch auch für jene interessant macht, die die Stadt schon kennen.
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